Handball-Oberliga: 28:27 gegen Münster

Bauer sichert Gensungen/Felsberg Sieg in letzter Sekunde

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Nicht zu halten: Gensungens Franco Rossel (vorn), hier verfolgt von Bastian Schwarz (TSG), auf dem Weg zu einem seiner elf Treffer für die ESG.

Gensungen. Eigentlich war der erhoffte Heimsieg außer Reichweite. So gut wie futsch, weil die ESG Gensungen/Felsberg in der Schlussphase einen Drei-Tore-Vorsprung verspielt hatte.

Eigentlich ging es 21 Sekunden vor dem Ende, nachdem Münsters Trainer Illner seine Schützlinge auf den letzten Angriff eingestimmt hatte, nur darum, beim 27:27 zumindest noch einen Punkt in der Kreissporthalle zu behalten.

Eigentlich. Denn Erik Kaluzinski vergab acht Sekunden vor dem Abpfiff die Siegchance der abstiegsbedrohten Gäste, indem er den Ball übers Tor setzte. Und ESG-Torwart Marc Lauterbach schnappte sich geistesgegenwärtig den Ball, bediente mit einer seiner gefürchteten Harpunen den nach vorn geflitzten Linksaußen Bauer bediente, der nicht lange fackelte und zum 28:27 (14:13) für den heimischen Handball-Oberligisten vollendete.

Die Halle tobte, die Gensunger Spieler legten ein kollektives Siegestänzchen aufs Parkett – und der Gegner konnte es nicht fassen. Kreisläufer Sebastian Friemann und Torjäger Sebastian Schwarz blieben ganz einfach liegen, ehe sie vom Sieger getröstet wurden. „Klar hatten wir darauf spekuliert, noch mal nach vorn zu kommen. Doch zunächst wollten wir nur unser Tor verteidigen“, bekannte Siegtorschütze Hannes Bauer. Und sprach von einem „dreckigen Sieg“, der der TSG einen herben Dämpfer im Abstiegskampf versetzte.

Dabei hatte der Drittletzte, so konnte Jens Illner mit Fug und Recht behaupten, „taktisch alles richtig gemacht.“ Mit einer 5:1-Deckung den Spielfluss der Gastgeber gestört, die so hauptsächlich von der Wurfkraft von Franco Rossel lebten. „Wir haben zu kompliziert gespielt“, bekannte der elffache Torschütze, „wollten den Ball ins Tor tragen.“ Nur der Rückraumlinke nicht, zog verlässlich, hart und treffsicher aus der zweiten Reihe ab, so dass Torwart Dino Spiranec wie schon im Hinspiel, als ihm neun Treffer gelangen, Hören und Sehen verging.

Dabei stimmten laut ESG-Trainer Kauffeld die Auslösehandlungen gegen den quirligen Indianer Ikenmeyer. Doch war der mal ausgespielt, „wurde der Abschluss verweigert.“ Vom sonst so zweikampfstarken Vince Schmidt etwa, der nichtsdestotrotz seine Klasse bei drei Treffern aufblitzen ließ. Oder auch von Dave Alscher, der in der Schlussphase der ersten Halbzeit noch einen unwiderstehlichen Zug zum Tor offenbart hatte.

Letztlich geschenkt, hatte das Gensunger Rumpfteam doch einmal wieder seine bemerkenswerte Moral unter Beweis gestellt. Und war in einem Moment zurück gekommen, als eigentlich lediglich noch Schadensbegrenzung angesagt war.

ESG: Lauterbach (14 Paraden/26 Gegentore), Mügge (bei einem 7 m, 0/1); Bauer 3, Rossel 11, Alscher 4, Schmidt 3, Otto 2/2, Rohde 1, Koch 2, Walther 2.

Münster: Spiranec (11/28), Klein; Kruse 2, Höllebrand, Schwarz 8/4, Kaluzinski 2, Friemann 2, Dautermann 4, Ikenmeyer 6, Jacobi 1, Schuster 2.

SR:Fuchs/Hass. Z.: 300.

Zeitstrafen: 8:4-Min. 

Siebenmeter: 2/2:7/4.

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