Benedikt Hütt hält Wort

Oberliga: ESG Gensungen/Felsberg kippt Spiel mit der Schlusssirene

Nahm zwei Sekunden vor Schluss Maß und erzielte den Gensunger Siegtreffer: Benedikt Hütt. Foto: Hahn

Gensungen. Was für ein dramatisches Finale! Und welch ein Happy-End für die ESG Gensungen/Felsberg! Zwei Sekunden vor Spielende bekam der heimische Handball-Oberligist gegen die HSG Hanau einen Freiwurf.

Eine allenfalls minimale Chance zum Siegtreffer, schließlich hatte Jens Wiegräfe, der sich auf den letzten Wurf aufs Gäste-Tor vorbereitete, eine Fünf-Mann-Mauer vor sich. Doch Schlitzohr Stephan Untermann spielte statt des Rückraumhünen seinen (seitlich versetzten) Spielmacher Hütt an. Und der hatte freie Bahn. Und nutzte sie. Und traf am verdutzen Torwart Schermuly vorbei ins lange Eck. Zum 24:23 (11:12), womit die Edertaler die Partie auf der Zielgeraden doch noch gekippt hatten.

„Gib‘ mir den Ball, ich knall‘ das Ding rein“, hatte Benedikt Hütt seinem Mannschaftskameraden zugeraunt. Und hielt Wort bzw. „einfach drauf ohne hinzusehen.“ Danach war er von seinen jubelnden Teamkameraden kaum einzufangen, während die Hanauer erschöpft und enttäuscht auf den Boden sanken. „Das tut weh“, gestand Trainer Patrick Beer.

Verständlich, schließlich hatte seine Mannschaft das Spiel zunächst eindeutig dominiert. Der 8:3-Vorsprung nach elf Minuten war dabei weniger einer schwächelnden Gensunger 6:0-Deckung, die den gegnerischen Positionsangriff eigentlich ganz gut im Griff hatte, als der Ladehemmung der eigenen Offensive geschuldet. „Wir haben einfach zu schematisch gespielt, uns fehlte der Druck in die Tiefe“, beschrieb ESG-Trainer Kauffeld die Angriffsprobleme seine Mannschaft. Die Folge: Sie wurde ausgekontert, meist von Tempogegenstoßspezialist Björn Christoffel.

Immerhin: „Wir sind dran geblieben“ (Kauffeld). Und das zahlte sich aus. Auch die ESG beherrschte das Umschaltspiel und kam in Überzahl auf 7:9 (19.) heran. Der erstmalige Ausgleich war beim 9:9 durch Jan Hendrik Walther (26.) fällig, der Rest des Spiels ein zähes Ringen absolut auf Augenhöhe.

Lauterbach steigert sich

In dem Marc Lauterbach (neben Hütt) zum wohl spielentscheidenden Edertaler Trumpf avancierte. Allein in der 42. Minute parierte der Torwart dreimal gegen Christian Appel, Tilmann Werner und Björn Christoffel - und gab damit seinen in der Offensive weiterhin zaudernden Vorderleuten den nötigen Rückenwind. Damit trat der 24-Jährige aus dem Schatten seinen bis dahin überragenden Kollegen Schermuly, was nicht zuletzt einer „Drohung“ seines Vaters geschuldet war. „Wenn Du so weiter spielst, gehe ich heim“, hatte er seinem Filius zur Pause mitgegeben.

Nun, Frank Lauterbach blieb bis zum (guten) Schluss. Und durfte sich über einen Erfolg, der für die Mannschaft laut Arnd Kauffeld „unheimlich wichtig“ war. Schließlich half er ihr über die vorausgegangene Schlappe in Gelnhausen hinweg. Und offenbarte, dass sie mittlerweile auch Spiele drehen kann, die sie in der Hinrunde wohl sang- und klanglos abgegeben hätte. • ESG: Lauterbach (15 Paraden/23 Gegentore), Röse (n.e.); Bauer 3, Balke, Rehberg 2, Hütt 3, Untermann 2, Trogisch 6, Wrzosek, Pregler 2, Wiegräfe 2, Schneider 1, Otto, Walther 3. Hanau: Schermuly (18/24), Eul (n.e.); Ritter, Brüggemann, Kegelmann, Schaeffter 4, Franz, Werner 4, Appel, Siegmund 1, Pillmann, Christoffel 13/2, Etzel 1. SR: Tobiarsch/Reuther (Idstein). Zeitstrafen: 4:10-Minuten. Siebenmeter: 2/0:2/2. - Z.: 300.

Von Ralf Ohm

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