Oberliga: Untermann fällt wohl länger aus – Schneider erhält Bestnoten

ESG bezahlt Heimsieg teuer

Zeite eine feiner Leistung: Gensungen/Felsbergs Tim Schneider hier gegen Tim Patrzalek (links) und Lars Werkmann. Foto: Kasiewicz

Gensungen. Mit ihrem auch in dieser Höhe verdienten 38:25 (16:8) gegen den TuS Griesheim überflügelte Handball-Oberligist ESG Gensungen/Felsberg, was die Torausbeute über die gesamte Saison angeht, nun auch den souveränen Spitzenreiter Gelnhausen.

Allerdings bezahlten sie diesen Sieg teuer: Denn Stephan Untermann fällt mit einem Verdacht auf einen Innenbandschaden vorerst aus.

Die frech aufspielenden Gäste führten nach 15 Minuten 6:5 gegen eine Gensunger Mannschaft, die kaum ein Mittel gegen Griesheims 3:2:1-Deckung fand und sich mehr an Entscheidungen der Schiedsrichter aufrieb als dem Gegner spielerisch zu begegnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jens Wiegräfe schon zwei Strafen kassiert und Untermann nach einem Foul von Tim Nothnagel vom Feld. Als zu allem Überfluss Kevin Trogisch für alle überraschend die Rote Karte sah („Ich bin meinem Gegner ganz normal von vorn auf die Brust gegangen“), war beim Stand von 10:8 (23.) guter Rat teuer.

Doch der kam. Zunächst in Person von Benedikt Hütt, der die Zügel im Rückraum in die Hand nahm. „Ich habe Bewegung reingebracht, vorher war alles zu statisch“, erklärte er sein Rezept, dem ESG-Angriffsspiel Leben einzuhauchen. So viel Leben, dass die Südhessen klar überfordert waren. Und: „Wir haben es dann verstanden, unsere Emotionen von den Schiris weg auf den Gegner zu lenken“, sagte Trainer Arnd Kauffeld. Sechs Tore in Folge, darunter ein Hattrick von Hannes Bauer, sorgten zur Pause für eine Vorentscheidung. „Wir waren chancenlos“, erkannte TuS-Trainer Rolf König.

Auch nach dem Wechsel blieb die Konzentration im Abschluss lange am oberen Limit. Im Gegensatz zu Marc Lauterbach, der einen Ball nach dem anderen wegfischte, bekam Lukas Kolligs kaum eine Hand ans Leder. Wie aus einem Guss spielten die Edertaler, bei denen sich auch Tim Schneider Bestnoten verdiente. Ob im Rückraum, auf dem rechten Flügel oder später, nachdem auch Benjamin Hütt und Max Pregler jeweils mit Schulterblessuren vom Feld mussten, im Innenblock rechtfertigte der 19 Jahre alte Linkshänder das Vertrauen seines Trainers. „Klar, mit Vorschusslorbeeren hat man schon etwas Druck“, lachte er nach Spielende erleichtert. Erst nach dem 30:14 durch Peter Köpke (45.) steckte die ESG zurück, landete aber dennoch einen überzeugenden Sieg.

• ESG: Lauterbach (17 P./ 17 G.), Wicke (3/8) – Bauer 9/2, Balke, Rehberg 4, Hütt 7, Untermann 2, Trogisch, Pregler 3, Wiegräfe 5, Schneider 3, Otto, Köpke 1, Walther 4.

TuS: Kolligs (5/27), Martin (5/11) – Kaspar, Eidemüller, von Stein 8, Patrzalek 2, Kaczmarek 3, Wilhelm, Döll 3, S. Rinschen 6/3, T. Rinschen 2, Friedrich, Werkmann 1, Nothnagel.

Z: 350. SR: Krüger/Rehm (Offenbach/Rüsselsheim). ZS: 6:10 Min. DQ: Trogisch (ESG, 23. Min.). 7m: 2/2:3/3.

Von Michael Koch

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