Oberliga: Gensungen muss nach 15:5-Führung noch um 32:28-Sieg gegen Hanau bangen

Brillant und spannend

Entwischt: ESG-Spielmacher Marvin Gabriel (links) lässt den Hanauer Tilman Werner stehen und erzielt einen seiner sieben Treffer beim Gensunger 32:28-Erfolg. Foto: Hahn

Gensungen. So kann‘s weiter gehen für den ambitionierten Handball-Oberligisten Gensungen/Felsberg. Dem schwer erkämpften Auftakterfolg in Kleinostheim ließen die Edertaler eine in den ersten 20 Minuten rauschende Heimpremiere folgen, die in einen 32:28 (17:13)-Erfolg gegen Titelkonkurrent HSG Hanau mündete.

Da hatte sich Trainer Kauffeld offenbar etwas ganz besonderes ausgedacht. Und den Gegner auf dem falschen Fuß erwischt. Denn der kam mit der Gensunger 5:1-Deckung zunächst überhaupt nicht zurecht. „Indianer“ Gabriel sorgte für Unruhe im Hanauer Aufbauspiel, das phasenweise vor Ratlosigkeit ganz erlahmte. Oder aber der HSG-Rückraum ließ sich zu halbherzigen Abschlüssen hinreißen, die eine sichere Beute des ESG-Blocks und von Torwart Wicke wurden.

Demgegenüber lief der Edertaler Angriff gleich auf Hochtouren. Dank eines überragenden Regisseurs Marvin Gabriel, der das Tempo bestimmte, seine Nebenleute in Szene setzte oder selbst, wenn sich ihm der nötige Raum bot, stilvoll vollendete. Die Folge: Ein 6:0-Lauf der furios aufspielenden Gastgeber, dem auch Kochs Zeitstrafe (7.) nichts anhaben konnte.

Hanaus Coachs reagierte mit einer offensiveren Ausrichtung seiner Deckung – vergeblich. Mit zwei Kreisläufern wurde seine 4:2-Abwehr ausmanövriert, wobei sich mittlerweile fast alle Gensunger in die Torschützenliste eintragen konnten. Bis zum 15:5 (22.) war‘s eine wahre Handballdemonstration der Gastgeber, die sich dann aber etwas zu gemütlich in ihrer vermeintlichen Überlegenheit eingerichtet hatten. Die Abwehr agierte nachlässig, speziell gegen den immer mehr auftauenden Eric Schaeffter, der fast unbehelligt seine Mannschaft heranbringen konnte. Und im HSG-Tor steigerte sich Niklas Eul, der Hütt, Rossel und Co. einige Würfe wegnahm. Paraden, die die Hanauer konsequent zu Gegenstößen nutzten. Und schon zur Halbzeit wieder dran waren.

Spannungsmomente, die dem Niveau des Spiels gut taten. Denn fortan war‘s ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe. Mit Vorteilen für die immer mutigeren Gäste, die in Überzahl auf 22:21 verkürzten und in Unterzahl ausglichen (47. 22:22).

Da war guter Rat teuer. Doch die Gensunger hatten ihn, stabilisierten ihre Abwehr und nutzten ihre Chancen. Respektive Wiegräfe, Gabriel (2), Koch und Vogel (2) hintereinander zum 31:25 (55.), womit der Gäste-Widerstand dann doch gebrochen war. Und die ESG bewiesen hatte, dass sie unter Druck durchaus zulegen konnte. „Da haben wir wohl Fortschritte gemacht“, freute sich Arnd Kauffeld. Hätte sich und den Fans aber die Achterbahnfahrt zum Sieg liebend gern erspart. • Gens./Felsberg: Lauterbach (45.-52., 6 Gegentore/1Parade), Wicke (22/8); Rossel 1, Balke, Hütt 4, Vogel 5, Pregler 2/1, Gabriel 7/2, Wiegräfe 4, Schneider 3, Koch 2, Walther 1, Pollmer 1. Hanau: Schermuly (10/0), Eul (ab 17. 22/11); Ritter 7/1, Brüggemann 3, Kegelmann, Schaeffter 7, Werner 1, Just, Siegmund, Bergold, Pillmann 3, Best 2, Ruppert 3, Etzel, Marquardt, Appel 3. SR: Hoyer/Kopf. Zuschauer: 400. Zeitstrafen: 8:10-Minuten.

Von Ralf Ohm

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