Brisantes Familientreffen

Derby: Vier Melsunger mit Gensunger und drei Edertaler mit MT-Vergangenheit

Ex-Gensunger: Mario Schanze.

Gensungen/Melsungen. Es ist fast wie ein Familientreffen. Man kennt sich (seit langem), man schätzt sich. Und doch wird derlei Freundschaft bei einem Zusammentreffen der ganz besonderen Art für 60 Minuten ruhen, die gegenseitige Rivalität das eigene Handeln bestimmen.

Eine Verwandlung, die nur ein Derby möglich macht. Und erst recht das, das am Samstag um 19.30 Uhr in der Gensunger Kreissporthalle steigt, wenn dort die Edertaler (ESG Gensungen/Felsberg) die Fuldataler (MT Melsungen II) in der Handball-Oberliga zu Gast haben.

Alexander Bärthel wird sich besonders schwer tun, diese Partie als Auswärtsspiel zu betrachten. Der Linksaußen wohnt in Gensungen, hat sein Leben lang für Gensungen gespielt, bis es ihn Anfang 2014 zum Nachbarn verschlug. „Mein Herz hängt immer noch an diesem Verein“, sagt der 29-Jährige, „doch in diesem Spiel muss ich über der Vergangenheit stehen.“ Für ihn trotzdem „ein ganz besonderes Spiel“, genauso wie für Mannschaftskamerad Mario Schanze, der seine komplette Jugendzeit am Fuße des Heiligenbergs verbrachte. Nach seiner Rückkehr von der HSG Baunatal spielte er vier Jahre für seinen Heimatverein, klopfte dabei mit der Mannschaft kurz mal wieder ans Tor zur 3. Liga, stieg mit ihr aber auch 2013 in die Oberliga ab. „Ich freue mich auf das Spiel“, sagt der Torjäger und Melsunger Aufstiegsgarant. Wie die weiteren „Rückkehrer“ Fabian Meyfarth (zwei Jahre in Gensungen) und Eugen Gisbrecht (6), der gar vom „geilsten Spiel der ganzen Saison spricht.“

Sie alle feierten den Aufstieg in die Oberliga zusammen mit einem aktuellen Edertaler. Mit Max Pregler nämlich, im dritten Jahr bei der ESG, der die Bundesliga-Reserve als 19-Jähriger in die Landesliga geworfen hatte. Noch als A-Jugendlicher und eines der größten Talente der Region war er von der HSG Baunatal nach Melsungen gewechselt und trainierte dort bei der Bundesliga-Mannschaft mit.

Auch mit Petr Hruby, von dem der Aufbauspieler das Zusammenspiel mit dem Kreisläufer lernte und mit dem er am Samstag ein Wiedersehen feiert. „Die MT war immer mein Verein“, bekennt Max Pregler. Was aber nichts daran ändert, „dass wir das Derby unbedingt gewinnen wollen.“

Eine Melsunger Vergangenheit hat neben Torwart Marc Lauterbach (zwei Jahre Zweitspielrecht) auch Benedikt Hütt, seit 2005 im Edertal und damit nun dienstältester Gensunger. Der Mittelmann lernte das Handballspielen im Fuldatal und schaffte nach seiner A-Jugendzeit 2004/2005 den Sprung in den damaligen Zweitliga-Kader d.h. er trainierte unter Rastislav Trtik und spielte in der zweiten Mannschaft. Danach bekam der Aufbauspieler einen Zwei-Jahres-Vertrag und kam auf insgesamt vier Bundesliga-Einsätze.

„Lehrjahre, die mich natürlich geprägt haben“, sagt „Benny“ Hütt, sieht sich aber mittlerweile als „waschechten Gensunger“. Umso größer der Derbyreiz, allerdings - nach der ersten Saisonniederlage in Griesheim - überlagert von der Notwendigkeit zu Punkten: „Für uns zählt nur ein Sieg.“

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