Gensungen Derbyspezialist – MT II scheitert an Ausgeglichenheit der Klasse 

Auffälligkeiten der Oberliga: Bruchköbel stärkstes Kollektiv

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Unterstrich sein großes Talent: der torgefährlicher Spielmacher Lukas Gümbel vom Vize-Meister Dutenhofen/Münchholzhausen II. 

Schwalm-Eder. Die abgelaufene Saison der Handball-Oberliga hatte in punkto Spannung und Dramatik einiges zu bieten. Die fünf großen Auffälligkeiten.

1.Souveräner Aufsteiger: Von 26 Spielen gewann die SG Bruchköbel 23 - und feierte damit unangefochten die Meisterschaft. Neuzugang Sergej Zutic entpuppte sich dabei als letztes Puzzlestück eines ansonsten über Jahre zusammengewachsenen „Bildes“. „Die spielen unheimlich gut zusammen“, lobt Georgi Sviridenko, Trainer der MT Melsungen II, die Mannschaft von Oliver Hubbert, die in der Tat mit 822 Toren den besten Angriff stellte. Für den aber in der 3. Liga mit Kreisläufer Ante Vuko und Spielmacher Tegaday Nuez Ramos zwei absolute Leistungsträger nicht mehr zur Verfügung stehen.

2.Ausgeglichene Liga: Irgendwie konnte, ausgenommen das Spitzenduo mit Bruchköbel und Dutenhofen/Münchholzhausen II sowie das abgeschlagene Schlusslicht Griesheim, jeder jeden schlagen. Die Folge: viele Spiele auf Augenhöhe - zum Nachteil der Bundesliga-Reserve der MT Melsungen. „Viele unserer Gegner waren nicht besser, aber erfahrener“, begründete der MT-Coach die vielen knappen Niederlagen seiner jungen Mannschaft, die ihr im zweiten Oberliga-Jahr das Genick brachen. In einem dramatischen Abstiegskampf, in dem zeitweise neun von 14 Mannschaften verstrickt waren. So konnten sich Münster und Vellmar erst am letzten retten, Dotzheim fehlte beim 32:33 in Gensungen ein Tor, um noch von der Schippe zu springen.

3.Starke Edertaler Rückrunde: Auch die ESG Gensungen/Felsberg war nicht frei von Abstiegsangst, bannte sie aber dank einer starken Rückrunde, in der die Edertaler sechs Punkte mehr holten (17:9) als in den ersten 13 Spielen (11:15)-Punkte. „Einige Spieler haben sich richtig gut weiter entwickelt“, freute sich ESG-Trainer Arnd Kauffeld. Gemeint ist seine junge Garde um Franko Rossel, Tim Schneider und Vince Schmidt, auf die er auch in der nächsten Saison baut. In der Hoffnung auf weitere Fortschritte („Da sehe ich noch erhebliches Steigerungspotenzial“), um den sechsten Platz nach dieser Saison noch mal zu verbessern.

4.Gensunger Derbyüberlegenheit: In den nordhessischen Nachbarduellen war die ESG Gensungen/Felsberg nicht zu schlagen und feierte besonders vor heimischem Publikum wahre Handballfeste. Nur Vellmar konnte in eigener Halle den Kauffeld-Schützlingen beim 34:34 einen Punkt abknöpfen, musste dafür aber im Rückspiel bei der 23:37-Pleite „büßen“. Absteiger MT II war gegen den Nachbarn zweimal vor großer Kulisse chancenlos.

5.Überragende Spieler: Während Meister Bruchköbel als Kollektiv glänzte, sorgten beim „Vize“ einige Talente für Furore. Besonders spielfreudig: Mittelmann Lukas Gümbel, ein Juwel im Talentschuppen der Wetzlarer Bundesliga-Reserve, der nie auszuschalten war. Weder als höchst kreativer Spielmacher noch als zielstrebiger Torschütze (125 Treffer). Torwart Till Klimpke durfte ebenfalls schon mal in der Bundesliga ran - und war einer der Garanten dafür, dass seine Mannschaft die wenigsten Gegentore (617) kassierte. Einige Sternstunden hatte auch Gensungens Schlussmann Marc Lauterbach. So stabil wie nie stieg er dank wesentlich intensiverer Spielvorbereitung sowohl in der Hierarchie seiner Mannschaft wie auch in der Rangfolge der Oberliga-Torwarte auf. „Mit Luft nach oben“, wie sein Trainer sagt.

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