Oberliga: Dave Alscher traute sich

Gensungen lässt nach begeisterndem Spiel Tabellenführer mit 28:33 abblitzen

Gruppenbild mit euphorisiertem Sieger: Die ESG Gensungen/Felsberg bejubelt nach einem begeisternden Spiel den 33:28-Sieg über den Tabellenführer. Fotos (2): Hahn

Gensungen. Wenn in einem Spiel 61 Tore fallen, ist es sicherlich gewagt, darunter ein spielentscheidendes auszumachen. Doch beim 33:28 (14:14)-Erfolg der ESG Gensungen/Felsberg gegen die HSG Kleenheim gab‘s wirklich einen Treffer, der dieses Attribut verdiente. Das 29:26 (56.) von Marc Lauterbach, dem Torhüter des heimischen Handball-Oberligisten nämlich, als dieser vom eigenen ins leere Tor des Gegners traf.

Nicht nur, weil damit der Widerstand des Tabellenführers endgültig gebrochen war, sondern auch, weil dieses Erfolgserlebnis des 26-Jährigen eine Vorgeschichte hatte, die die gewinnbringende Mentalität der Gastgeber trefflich widerspiegelte. Nach 39 Minuten hatte der ESG-Schlussmann bei gegnerischer Unterzahl das Kleenheimer Gehäuse noch verfehlt - und erntete trotzdem Applaus. Dieser ermunterte ihn Sekunden später zu einer seiner gefürchteten „Harpunen“ auf Jan-Hendrik Walther – 19:16. Und eben, als es in der Schlussphase wieder knapp war, dazu, selbst einzulochen.

„Unfassbar mutig“, fand das Trainer Kauffeld. Für seinen Schützling war‘s ein „Automatismus“. Denn: „Ich musste das einfach machen.“ Weil‘s im Training „bis zum Erbrechen geübt wurde“ (Lauterbach). Weil seine Mannschaft das von ihm erwartete. Und weil er mittlerweile ein Meister dieses blitzartigen Umschaltens dank der Zielgenauigkeit seiner Pässe ist. Darüber hinaus stark und stabil genug, auch in Drucksituationen dieses Wagnis einzugehen.

Der Mann ohne Nerven: Gensungens Dave Alscher.

Ein weiteres Beispiel der Edertaler Entschlossenheit: Dave Alscher. Der Neuzugang kam nach einer Viertelstunde aufs Feld und erzielte in drei Minuten drei Tore. „Man muss sich trauen“, sagte der 23-Jährige, nachdem er sich getraut hatte. Und sich weiter traute und damit seinen Einsatz im Angriff, bisher eher die Ausnahme, eindrucksvoll rechtfertigte. „Dieser Trumpf hat gestochen“, freute sich Arnd Kauffeld.

Womit nicht nur sein Schützling gemeint war, sondern auch eine der beiden Varianten, das Fehlen eines Linkshänders im rechten Rückraum durch den Ausfall von Cornelius Feuring und Tim Schneider zu kompensieren. Auch die andere fruchtete. Die mit zwei Kreisläufern nämlich, die mit viel Einsatz Raum für Abschlüsse der beiden verbliebenen Aufbauspieler Benedikt Hütt und Franco Rossel schafften, die sich wiederum nicht lumpen ließen (und zusammen elf Tore erzielten).

„Uns ist es gelungen, aus einem vermeintlichen Nachteil einen Vorteil zu machen“, konnte Maik Gerhold mit Fug und Recht behaupten. Der hatte sich im engsten Kontakt an der Kleenheimer 6:0-Deckung abgearbeitet, selbst dreimal eingelocht und auch noch die eigene, nach der Pause überragenden Defensive im Mittelblock zusammen gehalten. Nur das leere Tor hatte er einmal verfehlt, was die zumindest wegweisende Aktion seines Torwarts letztlich noch aufwertete. • Gensungen/Felsberg: Lauterbach (1 Tor, 15 Paraden/24 Gegentore), Mügge (bei vier 7m, 0/4); Bauer 1, Rossel 4, Gerhold 3, Alscher 5, Hütt 7, Otto 1/1, Potthof, Rohde 1, Koch 2, Walther 8. Kleenheim: Elsner (6/23), Eckhard (3/10); Höpfner 10/7, Keil, Straßheim 4, Schier, Heimbach 5, Köhler 4, Eisenhardt, Reusch 3, Wiener 2, Weinandt. SR: Osternig/Schäfer. Zuschauer: 500. Siebenmeter: 1/1:7/7. Zeitstrafen: 10:8-Minuten.

Von Ralf Ohm

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