Interview mit MT-Trainer: Georgi Sviridenko erhöht das Tempo – Tür für Kothe offen

„DNA wird sich ändern“

Er gibt die Richtung vor: Melsungens Trainer Georgi Sviridenko hat das Team weiter verjüngt. Foto: nh

Melsungen. Trainer Georgi Sviridenko hat mit Handball-Oberligist MT Melsungen II das geschafft, woran die meisten Aufsteiger aus der Landesliga Nord scheitern: Den Klassenverbleib in der höchsten hessischen Spielklasse. Derzeit befindet sich der Handballlehrer in der Vorbereitung auf die nächste Saison, die einen weiteren Schritt nach vorn bringen soll, wie er im Interview verrät.

Georgi Sviridenko, wie haben Sie Melsungen als Neuling am Ende ins Tabellenmittelfeld geführt?

Georgi Sviridenko: Wichtig war das erste Spiel, bei dem wir gesehen haben, dass wir mithalten können. Außerdem wurden unsere jungen Spieler von Mario Schanze und Petr Hruby geführt. Diese Achse hat uns die entscheidenden Punkte geholt.

Aber auswärts ist die Bilanz katastrophal. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Sviridenko: Immer wenn Mario Schanze und Petr Hruby auswärts ihre Form nicht abrufen konnten, ist keiner in die Bresche gesprungen. Unsere jungen Spieler haben auswärts noch zu viel Respekt.

In der Rückrunde wurden vermehrt die A-Jugendlichen eingebaut. Wer kann den Sprung in die Oberliga schaffen?

Sviridenko: Vor allem die Außen Dimitri Ignatov und Finn Backs. Die Außen waren ja unsere Schwachstelle.

Inwiefern?

Sviridenko: Aus dem Positionsangriff kam zu wenig. Wir haben von Außen zu oft verweigert, das Spiel war zu sehr auf den Rückraum bezogen.

Wer war für Sie die Überraschung der Saison?

Sviridenko: Wir haben viele Spieler, die Akzente setzen können und gesetzt haben. Aber es fehlt an Konstanz. Aber klar: Johannes Golla war für uns extrem wichtig und wird die Korsettstange für die nächste Serie.

Jannis Kothe verlässt nach einer starken Entwicklung den Verein in die Bezirksoberliga. Wie sehr frustriert Sie das?

Sviridenko: Schon etwas. Wir haben sehr viel mit Jannis gearbeitet, ihn in allen Bereichen verbessert. Ich kann den Schritt zurück nicht nachvollziehen. Aber meine Tür steht für ihn immer offen.

Jetzt wird das Team weiter verjüngt. Mit Mario Schanze wollten Sie nicht mehr weiterarbeiten. Warum nicht?

Sviridenko: Das war eine Entscheidung vom Verein. Jetzt wird sich unsere DNA im Spiel verändern. Wir wollen mit mehr Tempo nach vorne spielen. Es ist aber natürlich ein Risiko, den besten Torschützen ziehen zu lassen. .

Ein Wort zu Merlin Kothe. In der Landesliga war er der überragende Spieler im Rückraum. Bei Ihnen kam er nie zur Geltung. Was läuft da schief?

Sviridenko: Merlin ist ein Spieler, der mentale Probleme hat. Das nutzen die Gegenspieler natürlich aus. Er hat alle Anlagen und nächste Saison muss er auf Halblinks liefern.

Es war Ihre erste Trainerstation in der Viertklassigkeit. Wie groß war für Sie die Umstellung?

Sviridenko: Ich musste viele Sachen anpassen. Vor allem die Trainingsintensität, da Studium und Arbeit bei meinen Spielern natürlich Vorrang haben.

Ungewohnt dürfte für Sie das Spiel ohne Harz gewesen sein.

Sviridenko: Nicht nur das Spiel, auch das Training. Wie soll ich meinen Spielern Wurfvarianten ohne Harz beibringen? Da bin ich schon beschränkt. Aber es ist ja noch viel schlimmer...

Was meinen Sie?

Sviridenko: Wir haben Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt. Mir haben tatsächlich einige abgesagt, nur weil sie nicht ohne Harz spielen wollen. Aus meiner Handballersicht ist das sogar verständlich, für uns als Verein aber ein großes Ärgernis.

Ihr Vertrag läuft noch zwei Jahre. Sie wurden geholt, um den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. Liegen Sie im Zeitplan?

Sviridenko: Ja, der Verein ist ja immer noch dabei Strukturen aufzubauen. Das klappt aber schon ganz gut.

Wie sind Sie personell für die nächste Serie aufgestellt. Wer kommt?

Sviridenko: Mit Marius Krug kommt ein großgewachsener Handballer aus Wehlheiden. Außerdem wechselt Rückraumspieler Christian Damm zu uns, der zuletzt pausiert hatte.

Von Daniel Schneider

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