Oberliga-Derby

ESG Gensungen arg ersatzgeschwächt: Kauffeld warnt vor starkem Vellmarer Rückraum

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Ein wegweisendes Duell: ESG-Rückraumspieler Franco Rossel (l.) gegen Vellmars Abwehrchef Abraham Icardo.

Gensungen. Es gibt Spiele, die ihre eigenen Gesetze haben. Derbys werden sie genannt. Drum sollte sich die ESG Gensungen/Felsberg trotz Favoritenrolle im Nordhessenduell gegen den TSV Vellmar (Samstag, 19.30 Uhr Kreissporthalle) keineswegs in Sicherheit wiegen.

Dass die Gäste als vermeintlicher Absteiger (fast) nichts mehr zu verlieren haben, macht sie für den heimischen Handball-Oberligisten noch gefährlicher. „Wir dürfen Vellmar auf keinem Fall unterschätzen“, sagt daher ESG-Trainer Arnd Kauffeld.

1.Die Bilanz: Nach dem 31:27-Hinspielerfolg der Gensunger haben die Edertaler die Nase mit 4:2-Siegen aus sieben Oberliga-Duellen (ein Remis) klar vorn. Zu Hause sowieso, da gaben sie sich gegen den Nachbarn überhaupt noch keine Blöße.

2.Die Form: Bei beiden so durchwachsen. Gensungen/Felsberg ist auch aufgrund von Personalproblemen von seinem Dezemberhoch trotz des ersten Sieges 2018 in Hünfeld weit entfernt. Vellmar hat die letzten fünf Spiele (teilweise knapp) verloren. Und es dabei verpasst, die spielerischen Fortschritte unter dem neuen Trainerduo Illian/Hauer in Punkte umzuwandeln, womit der Klassenerhalt in weite Ferne gerückt ist.

3.Das Personal: Weiter „ohne Vier“ (Jan Pollmer, Cornelius Feuring, Maik Gerhold und Tim Schneider) geht Gensungen/Felsberg auf Punktejagd, wobei auch Spielmacher Benedikt Hütt leicht angeschlagen ist. Beim TSV ist nur der Einsatz von Rechtsaußen Kiebach fraglich.

4.Die Taktik: „Gleich Zugriff in der Abwehr finden und dann über die erste und zweite Welle zum Erfolg kommen.“ So lautet Kauffelds Schlüssel zum Sieg. Wie im Hinspiel. Doch da hatte der ESG-Coach mit Cornelius Feuring noch einen (treffsicheren) Linkshänder im Rückraum zur Verfügung. Da mit Tim Schneider auch der zweite im Kader verletzt ist, muss es mit Vince Schmidt nun ein Rechtshänder auf dieser Position richten. Was dem Ex-Korbacher zuletzt durchaus effektiv gelang, was allerdings nichts an der Ausrechenbarkeit der ESG-Offensive ändert. Zumal die Alternative mit zwei (gelernten) Kreisläufern nach dem Ausfall von Maik Gerhold wegfällt. Also hegt Heiko Illian die Hoffnung, die Gensunger „mit ihren eigenen Mitteln schlagen zu können.“

Dazu gelte es insbesondere die Gensunger Achse Hütt-Koch in den Griff zu bekommen. Im Angriff verfügen die Vellmarer mit Abraham Icardo (Mitte) und Kevin Trogisch (rechts) durchaus über einen torgefährlichen Rückraum, zumal die bisherige Problemposition auf Halblinks mit den Winterneuzugängen Antonio Cuncic und Pablo Cesar mittlerweile gleich doppelt gut besetzt ist.

5.Die Perspektive: Auch wenn der Zug für die Edertaler nach ganz oben wohl abgefahren ist, hat die Mannschaft noch Ziele. Laut Arnd Kauffeld zunächst einmal so schnell wie möglich 26 Punkte einzufahren, die sicher zum Klassenerhalt reichen. Und sich gegenüber der letzten Saison (6.) verbessern, also als aktuell Sechster mindestens noch einen Platz nach oben klettern. Vellmar ist als Tabellenvorletzter abgeschlagen, aber theoretisch noch zu retten. Bei einer Niederlage im Derby kann sich der TSV jedoch jedes weitere Rechnen ersparen.

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