Erst fehlte der Mut und dann das Glück

Oberliga: ESG Gensungen unterliegt Vize-Meister nach hartem Kampf

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Keine Chance: die vier Siebenmeer von Timo Ludwig (HSG Dutenhofen/Münchholzhausen) waren „drin“. In dieser Szene müht sich Gensungens Torwart Marian Mügge vergeblich. 

Gensungen. „Emotional niederschmetternd“ fand Arnd Kauffeld, Coach der ESG Gensungen/Felsberg, die 26:28 (15:15)-Niederlage gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II.

Der heimische Handball-Oberligist hatte dem (allerdings ersatzgeschwächten) Vize-Meister alles abverlangt. Andreas Klimpke war gut gelaunt. „Ich komme gerne hier her“, sagte der Trainer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Gemeint war die Gensunger Kreissporthalle, aus der die Bundesliga-Reserve auch diesmal wieder - zum vierten Mal in Folge - beide Punkte entführte.

Beim 24:25 (53.) mussten nacheinander die Mittelhessen Marvin Lindenstruth und Lennart Lauber auf die Strafbank, was dem Gastgeber die Chance bot, sich entscheidend abzusetzen. Allerdings: Genau in dieser Phase verließen Schmidt, Schneider und Co. der Mut. „Keiner wollte die Verantwortung übernehmen“, klagte der Gensunger Trainer über die mangelnde Abgezocktheit seiner Jungs. Ein mickriges Tor war der Ertrag von über drei Minuten (teilweise doppelter) Überzahl, in der Tim Weber sogar die erneute Gäste-Führung zum 26:25 erzielen konnte. Allerdings hatte sich ein Nachlassen der Durchschlagskraft der Edertaler Offensive schon vorher abgezeichnet. „Wir sind da nicht mehr so konsequent in die Tiefe gegangen“, bekannte Rückraumspieler Franco Rossel, nachdem sich seine Mannschaft in der ersten Hälfte immer besser auf die offensive HSG-Deckung eingestellt hatte. „Gute Lösungen“ (Kauffeld), die auch den zu Beginn überragenden Bundesliga-Torwart Till Klimpke vor Probleme stellten.

Zu derlei Schwankungen gesellte sich 21 Sekunden vor Schluss Pech. Nach einem Ballgewinn stürmte Dave Alscher Richtung gegnerisches Tor, doch sein Wurf landete an der Latte. „Den hätte ich machen müssen“, ärgerte sich der Gensunger Neuzugang. Es wäre das 27:27 und wohl ein verdientes Remis gewesen. Stattdessen machte Fabian Kraft im Gegenzug für die Mittelhessen alles klar.

Natürlich gab es auch Gründe für den kleinen, aber feinen und spielentscheidenden Unterschied. Ein Gäste-Pfund war die Torwartleistung. Als Till Klimpke etwas schwächelte übernahm Florian Gümbel und wehrte nach dem Wechsel zehn Bälle ab. Beide zusammen kamen auf 18 Paraden, die Gensunger Marc Lauterbach und Marian Mügge auf acht.

Hatten aber auch das Pech, es häufig mit einem überragenden Lukas Gümpel zu tun zu haben, den die ESG-Deckung nie in den Griff bekam und der sich aus der Nahwurfzone nur zwei Fahrkarten erlaubte. Zudem war Timo Ludwig ein sicherer Siebenmeterschütze. Kein Zufall also, dass ihr Coach so gut drauf war. • Gens./Felsberg: Lauterbach (7 Paraden/18 Gegentore), Mügge (13.-30., 2/10); Bauer 2, Rossel 4, Gerhold, Alscher, Hütt, Schmidt 1, Feuring 3, Schneider 3, Koch 5, Walther 5, Pollmer 1/1, Otto 2/2. Dut./Münchholzh.: Klimpke (8/15), Gümbel (ab 28., 10/11); J. Wallwaey 4, Gümpel 5, L. Wallwaey 2, Lindenstruth, Ian Weber, Kraft 5, Okpara, Laubert 4, Ludwig 6/4, Timm Weber 2. SR: Lahaye/Sommerfeld. -Z. 450. Zeitstrafen: 4:8-Minuten. Siebenmeter: 4/3:4/4.

Von Ralf Ohm

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