Oberliga: Erst gezaubert, dann gekämpft

Gensungen/Felsberg macht mit 31:28 Pohlheimer Aufstiegschancen zunichte

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Jan-Hendrik Walther im Anflug: Der treffsichere Rechtsaußen der ESG Gensungen/Felsberg trug sieben Treffer zum Sieg der Edertaler bei.

Gensungen. Es hätte ein Erfolg mit Glanz und Gloria werden können - und es wurde ein Arbeitssieg mit zwischenzeitlich hohem Zitterfaktor. Nichtsdestotrotz löste er beim Sieger Zufriedenheit aus.

„Es war über 60 Minuten nicht alles Gold, was wir da gespielt haben, aber die Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft“, freute sich Trainer Arnd Kauffeld über den 31:28 (19:17)-Erfolg seiner ESG Gensungen/Felsberg, womit der Tabellendritte der Handball-Oberliga, die HSG Pohlheim, ihre Aufstiegsambitionen wohl ad acta legen muss.

„Gold“ war aus Sicht der Gastgeber deren Angriffsleistung. Bis zum 16:11 (19.). Da bestach er durch eine unwiderstehliche erste und zweite Welle, bei der sich Max Pregler als Antreiber sowie Hannes Bauer und Jan-Hendrik Walther als konsequente Vollstrecker auszeichneten. „Beim Umschalten waren wir hellwach“, lobte der ESG-Coach seine Schützlinge. Da ließ auch sein Positionsangriff keine Wünsche offen, nutzte den Raum, der sich aus der anfänglichen Manndeckung für Spielmacher Gabriel ergab, um die Außen oder auch Kreisläufer Koch frei zu spielen.

Pohlheim reagierte - effektvoll. Trainer Jezewski stellte auf eine 6:0-Deckung um und wechselte Torwart Jan Wüst ein, der genau davon profitierte. Denn auf einmal war‘s vorbei mit der ESG Angriffsherrlichkeit, während Spielmacher Grundmann im Duett mit Kreisläufer Schneider für Druck und Tore sorgte. Und für den Ausgleich zum 16:16 (26.).

Kauffelds Antwort: der siebte Feldspieler. Das klappte prompt, sorgte zumindest noch für eine knappe Halbzeitführung. Und hätte wohl auch weiter geklappt, wenn seine Mannen ihre diszipliniert heraus gespielten Chancen denn genutzt hätten. „Wir haben einfach schlecht geschossen“, bekannte Rechtsaußen Walther, was indes vorrangig für seine Rückraumkollegen galt. Die HSG ließ sich nicht lange bitten, ging nach 41 Minuten gar mit 23:22 in Führung, womit der kampfbetonte Teil des Spiels eingeleitet wurde.

Auch diese Herausforderung nahmen die Kauffeld-Schützlinge an. Zwar hatten sie nach Preglers Einschätzung „im Positionsangriff den Faden etwas verloren“, doch dafür war auf ihre Tempogegenstöße Verlass. Deren Einleitung wiederum auf das Konto von Ballgewinnen einer höchst engagierten Deckung ging. Mit einem sich steigernden Torwart Marc Lauterbach, der in der Schlussphase kaum noch zu bezwingen war. Und damit das vollendete, was nach 19 Minuten nur noch Formsache zu sein schien. • Gens./Felsberg: Wicke (16 Gegentore/9 Paraden), Lauterbach (ab 27., 15/11); Bauer 6, Balke, Hütt 2, Vogel 1, Pregler 8/3, Gabriel 1, Schneider 2, Koch 4, Walther 7, Pollmer. Pohlheim: Schlegel (10/1), Wüst (ab 13., 21/10); Kammer, Happel, Weisel 4, Schneider 3, Rühl 6, Schäfer 1, Anhäuser, Hirz 5, Ohrisch, Träger 2, Grundmann 7/4. SR: Kerth/Knodt. - Z. 300. Zeitstrafen: 6:8-Minuten. Siebenmeter: 4/3:4/4.

Von Ralf Ohm

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