Oberliga: ESG verliert gegen Hüttenberg nach 18:13-Pausenführung mit 29:30

Erst mutig, dann traurig

Eine Halbzeit nicht zu halten, dann verließ auch ihn der Mut: Gensungens Rückraumstratege Benedikt Hütt (l.), hier unsanft gestoppt vom Hüttenberer Evgenij Chalepo. Foto: Hahn

Gensungen. Das war richtig gut. Das war mutig. Das war taktisch clever. Aber eben nur eine Halbzeit. Und die reichte der ESG Gensungen/Felsberg nicht, um gegen den TV Hüttenberg II seinen Höhenflug in der Handball-Oberliga fortzusetzen. Stattdessen bescherte ein Treffer von Fabian Höpfner eine Sekunde vor Schluss den Edertalern eine 29:30 (18:13)-Heimniederlage. „Wir hatten zu viele Wellen im Spiel und sind auch an der individuellen Stärke des Gegners gescheitert“, resümierte ein enttäuschter ESG-Trainer Arnd Kauffeld.

Der musste nach den Ausfällen von Franco Rossel und Max Pregler (beide verletzt) ohne Halblinken auskommen, während der Gegner seine Drohung wahrmachte und mit vier Spielern seiner ersten Mannschaft, dem souveränen Zweitliga-Aufsteiger, auflief. Doch das war erstmal kein Problem, denn die Gastgeber hatten sich nach kurzer Anlaufphase prächtig auf die Hüttenberger 3:2:1-Deckung eingestellt. Mit viel Bewegung im Positionsangriff - Kreuzen und Einläufern - wurden die Räume genutzt und dann auch konsequent in die Lücken gestoßen, entschlossener Abschluss inklusive. Dazu erwies sich Tim Schneider erneut als Meister der zweiten Welle. Und als sich die Mittelhessen etwas zurückzogen, schickte Arnd Kauffeld mit Jannis Balke einen zweiten Kreisläufer aufs Feld. Der band mit Christoph Koch den gegnerischen Mittelblock, so dass die wendigen Benedikt Hütt und Marvin Gabriel in ihrem Element waren. „Gensungen war viel dynamischer als wir“, gestand TVH-Trainer Alois Mroz.

Die Folge: aus dem 2:5 (7.) wurde ein 6:6 (11.) und ein 6:0-Lauf sorgte gar für eine 12:7-Führung der Edertaler (20.), die sie auch in die Pause schaukelten. Um sie innerhalb von zehn Minuten zu verspielen. „Wir haben den Start in die zweite Hälfte total verschlafen“, bekannte Tim Schneider. Oder wie Rückraumkollege Jens Wiegräfe konkretisierte: „Uns ist das Spiel in die Tiefe abhanden gekommen.“ Denn mittlerweile hatte die Drittliga-Reserve auf eine 6:0-Deckung umgestellt, „an der wir uns die Zähne ausbissen.“ Nur Rechtsaußen Jan-Hendrik Walther nicht, der mit vier Treffern in Folge zum 24:21 (44.) für neue Hoffnung sorgte.

Eine trügerische, weil Hüttenberg dank ihrer Verstärkungen „von oben“ immer wieder zurück- und fast mit dem Schlusspfiff entscheidend zuschlug. Dass der vorausgegangene ESG-Angriff per Zeitspiel endete, passte ins Bild - der zweiten Halbzeit. • Gens./Felsberg: Lauterbach (8 Paraden/24 Gegentore), Röse (40.-52., 1/6); Bauer 5/4, Balke 1, Hütt 4, Gabriel 2, Wiegräfe 1, Schneider 6, Koch, Walther 5, Pollmer 4. Hüttenberg: Lorenz (11/21), Brücher (16.-27., 1/8), Höpfner 8/2, Chalepo 1, Scholz 1, Drommershausen 1, Semmelroth 6/1, Cremers, Mappes 6, Hofmann 1, Andermann, Lambrecht 6. SR: Löw/Schiller. - Z.: 250. Zeitstr.: 4:10-Min. - 7m; 4/4:3/3.

Von Ralf Ohm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.