„In Findungsphase“

Sieht die Derby-Rivalen durchaus auf Augenhöhe: ESG-Trainer Arnd Kauffeld. Foto: Hahn

Arnd Kauffeld, welche Erinnerungen haben Sie an die bisherigen Begegnungen mit Ihrem Kollegen Georgi Sviridenko?

Arnd Kauffeld: Als Spieler hatte ich immer nur den Ball im Kopf, wer da auf der anderen Seite stand, war mir egal. Meine erste Erinnerung unter Trainerkollegen ist dadurch getrübt, dass sich Steffen Ober im Spiel gegen Dessau verletzte, was wohl auch zum Gensunger Abstieg aus der 3. Liga beitrug, als ich für den zurückgetretenen Dragos Negovan eingesprungen war.

Sie waren einer der jahrelangen Protagonisten der großen Derbys, wenn Gensungen in der 2. Liga auf Melsungen traf. Ist die Rivalität, die Spannung mit dem kommenden kleinen Derby vergleichbar?

Kauffeld: Für mich schon, für die Zuschauer besonders aus Melsungen wohl weniger. Schließlich reisen sie mit der zweiten Mannschaft an, während sich damals zwei Vereine auf Augenhöhe begegneten. Das ändert aber nichts am Reiz dieser Partie, eines der emotionalsten Spiele der Saison überhaupt.

Wie sehen Sie die Vorzeichen? Nehmen Sie die Rolle als Favorit an, die ihnen der Gast als Aufsteiger zuschiebt?

Kauffeld: Nein, ich glaube diese Rollenverteilung ist nicht gerechtfertigt. Sie würde klar unterschiedliche Kräfteverhältnisse voraussetzen und die liegen nicht vor. Als Aufsteiger ist die MT noch lange kein Außenseiter. Dort herrschen Top-Bedingungen. Welcher Oberligist hat schon einen Profi als Trainer?

Bisher glich Ihre Mannschaft aufgrund wechselhafter Leistung einer Wundertüte. Was fehlt Ihr noch zu einer wahren Spitzenmannschaft?

Kauffeld: Keine Frage, wir sind noch in der Findungsphase. Etwa bei der Abwehrformation, denn wir verfügen noch nicht über die stabile Deckung, die wir brauchen. Dazu müssen die Abläufe im Angriff noch automatisiert werden. Wir haben sicherlich viel Potential, können es aber noch nicht in jeder Situation abrufen. Dazu fehlt es auch an Vertrauen in die Qualität des Mitspielers.

Klingt nach einem Umbruch.

Kauffeld: Ist es auch. In der Stammsieben sind immer mindestens drei neue Spieler und entwicklungsfähige Talente wie Tim Schneider oder Franco Rossel, die bei uns bereits tragende Rollen übernehmen sollen.

Welche Konsequenzen hat der überraschende Dämpfer in Griesheim?

Kauffeld: Ich denke, wenn wir mutig ins Spiel gehen, kann uns durchaus eine entsprechende Trotzreaktion gelingen.

Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Kauffeld: Stark, denn die Mannschaft strahlt von jeder Position Torgefahr aus. Ihre 5:1-Deckung funktioniert schon so gut, dass sie jeden Gegner vor Probleme stellen kann. Die jungen Spieler haben große und schnelle Fortschritte gemacht, konnten de Schalter aus der Vorbereitung umgehend umlegen.

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