Interview: Gintautas Malakauskas trainiert jetzt die Baunataler Handball-Frauen

Frauen mit mehr Köpfchen

Auf den Teamgeist kommt es an: Die Handball-Damen des GSV Eintracht Baunatal stehen in der Handball-Oberliga mit dem Rücken zur Wand und wollen ihr Glück jetzt mit einem neuen Trainer versuchen. Foto: Fischer

baunatal. Auf die Frage, welche Ähnlichkeiten es zwischen der Arbeit auf einem Hühnerhof und der Tätigkeit als Frauen-Handballtrainer bei Eintracht Baunatal gibt, fällt Gintautas Malakauskas keine Antwort ein – der 50-Jährige lacht nur. Bei allen anderen Fragen, die wir dem neuen Trainer des Oberliga-Schlusslichts vor seinem ersten Spiel, dem Kellerduell gegen den Vorletzten Mühlheim (Samstag, 15 Uhr, Sporthalle, Erich-Kästner-Schule), gestellt haben, muss der Ex-Nationalspieler nicht lange überlegen.

Wie kam es zustande, dass Sie jetzt der neue Eintracht-Trainer sind.

Malakauskas: Ich kenne die Spielerin Melina Kelterborn privat. Sie hat bei mir angefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, die Baunataler Frauen zumindest erst einmal bis zum Saisonende zu trainieren. Vorher hatte ich ja nur Männermannschaften trainiert. Zum Beispiel Lohfelden/Vollmarshausen und Wolfsanger.

Die Suche nach einem Nachfolger des Anfang Dezember zurückgetretenen Rolf Schröder zog sich lange hin. Brauchten Sie lange Bedenkzeit?

Malakauskas: Ein paar Tage musste ich schon überlegen. Aber der Verein hat mir versichert, dass es keinerlei Druck gibt. Wir gehen vom Abstieg in die Landesliga aus. Unser vorrangiges Ziel wird es sein, dass die Mannschaft wieder Spaß am Handball findet.

Würden Sie gern bis über das Saisonende hinaus Trainer bei der Baunataler Eintracht bleiben?

Malakauskas: Wir schauen jetzt erst einmal nur bis zum Saisonende. Aber warum nicht? Wenn die Mannschaft und ich harmonieren, kann ich mir gut vorstellen, auch länger zu bleiben und dann vielleicht mit einer durch A-Jugendspielerinnen verstärkte Mannschaft in der Landesliga oben mitzuspielen.

Nun steht am Samstag gleich das Duell Letzter gegen Vorletzter an. Trauen Sie sich die Parole zweiter Saisonsieg auszugeben?

Malakauskas: Klar, wir wollen gewinnen. Im Hinspiel haben wir zur Halbzeit 11:8 geführt, um dann am Ende noch 24:28 zu verlieren. Das war ein enges Spiel mit einem bitteren Ausgang für uns. Am Samstag wollen wir das bessere Ende für uns haben.

Sie haben schon gesagt, dass Sie der Mannschaft den Spaß zurückbringen wollen. Was sind weitere Ziele in den nächsten Tagen und Wochen?

Malakauskas: Wir spielen fast jede Woche, da werden wir konditionell nur ein bisschen tun können – zumal wir statt dreimal in der Woche nun nur noch zweimal wöchentlich trainieren werden. So werden hoffentlich wieder mehr Spielerinnen als zuletzt beim Training sein. Im Rückraum sind wir nicht so stark. Auch deshalb muss die Abstimmung in der Abwehr besser werden. Nur so können wir dann im Schnellangriff oder über die zweite Welle zum Erfolg kommen.

Baunatal ist Ihre erste Station bei einem Frauen-Team. Welche Unterschiede gibt es bei den Männern?

Malakauskas: Bei den Männern geht es mehr über die Kraft. Die Frauen spielen intelligenter, mit mehr Köpfchen.

Von Sebastian A. Reichert

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