Oberliga-Fazit: Kauffeld-Team feierte tolle Sieg und kassierte unerklärliche Niederlagen - Abwehr instabil

Gensungen: Konstanz Fehlanzeige

Gensunger Hoffnungsträger für die kommende Saison: Neuzugang Christoph Koch (links) und Max Pregler. Fotos: Schachtschneider/Kasiewicz

gensungen. Ja, es gab diese Momente. Brillant herausgespielte Siege der Edertaler, die in der gerade abgeschlossenen Oberliga-Saison an die alte Herrlichkeit des Gensunger Handballs erinnerten. Und bei den dankbaren Fans die Hoffnung nährten, dass ihre Mannschaft bald mal wieder den Aufstieg in die 3. Liga ins Visier nehmen kann. Doch dann folgten prompt die Rückschläge, die ein heranziehendes Stimmungshoch gleich wieder zunichte machten.

Am Ende langte es für die ESG Gensungen/Felsberg zu einem unspektakulären siebten Platz, der einerseits nach dem Katastrophenstart von 0:12-Punkten versöhnlich anmutet, andererseits aber wohl kaum das wahre Leistungsvermögen der relativ jungen Mannschaft wieder spiegelt. „Nun müssen wir den nächsten Schritt machen“, fordert daher Trainer Kauffeld von seinen Schützlingen. Was denen noch für höhere Ziele fehlt, beleuchtet Sportredakteur Ralf Ohm in seinem Saisonfazit.

1.Abwehrstärke: Die ESG stellt zwar den besten Angriff der Liga, aber auch die viertschlechteste Abwehr - ein zarter Hinweis auf fehlende Stabilität der 6:0-Deckung. Die litt unter einigen während der Spielzeit weg gebrochenen Korsettstangen (Pregler, Konietzka, Untermann), aber auch an mangelnder individueller Qualität gepaart mit Aggressivität und Hingabe. Wichtig wäre auch eine taktische Variante, um gerade in entscheidenden Situationen den Gegner vor neue Aufgaben zu stellen. Genau daran will der ESG-Coach arbeiten.

2.Fitness: Schon zu Beginn der Saison musste Arnd Kauffeld in puncto Trainingsbeteiligung einige Kompromisse eingehen, die nun der Vergangenheit angehören. Das Ziel: mit mehr Trainingsaufwand und höherer Intensität die Fitness der Spieler verbessern, damit die ihr Potential 60 Minuten lang ausschöpfen können und darüberhinaus weniger von Verletzungen zurück geworfen werden. Wie etwa Max Pregler, der so zu der erhofften „Schlüsselfigur“ (Kauffeld) werden kann. „Ich erwarte, dass jeder in der kommenden Saison mehr investiert“, erklärt der Gensunger Trainer.

3.Mentalität: Konstanz war bei den Leistungen der Mannschaft ein absolutes Fremdwort. Sie konnte sich an ihrem eigenen Spiel berauschen, aber auch gegen schwächere Gegner fast widerstandslos untergehen. Für Arnd Kauffeld ein Kopfproblem, denn er vermisste bei solchen Rückschlägen „die absolute Fokussierung auf das Spiel“. Die lässt sich, so der ehemalige Zweitliga-Kreisläufer, nicht verordnen, aber erlernen. Voraussetzung: „Das Vertrauen in das eigene Spiel und damit die Bereitschaft, es gerade auch in kniffligen Situationen umzusetzen.“

4.Heimbewusstsein: Die Kreissporthalle Gensungen heißt immer noch „Hölle Nord“, doch den damit verbundenen Ruf hat sie längst verloren. Der Grund: insgesamt sechs Heimniederlagen. Die auch deshalb so schmerzten, weil sie auf auf dem Weg der Konsolidierung des Traditionsclubs, für den Pleiten vor heimischen Publikum lange Zeit verpönt waren, kaum dazu geeignet sind, den treuen Fan mitzunehmen.

5.Führungspersönlichkeit: Besonders in der Abwehr wurde jemand vermisst, der gerade in kritischen Situationen den Laden zusammen hielt. Vielleicht schafft da ja ein Neuzugang Abhilfe, denn der zweitligaerfahrene Christoph Koch könnte in diese Rolle schlüpfen. Im Angriff wäre dazu sein Baunataler Vereinskamerad Marvin Gabriel prädestiniert.

Resümé

Wenn die Edertaler wie von einigen Spieler durchaus angestrebt in der kommenden Saison um den Aufstieg mitspielen wollen, müssen sie ihren Ambitionen Taten folgen lassen, sich also in wichtigen Bereichen weiter entwickeln. Hilfreich sind sicherlich einige vielversprechende Neuzugänge (Koch, Gabriel, Vogel), aber alles andere als eine Garantie. Denn: „Welche Rolle wir zukünftig spielen, hängt ganz allein an uns.“ Womit Arnd Kauffeld seine Mannschaft nicht zu einem Aufstiegsfavoriten erheben will, aber immerhin zu einem Team, „das oben mitmischen kann“. Foto: Hahn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.