Oberliga: ESG dreht nach 2:6-Rückstand das Spiel und steckt Disqualifikationen für Koch und Walther weg

Gensungen kam machtvoll zurück

Dynamisch: Gensungens Sven Vogel (l.), der hier Yakub Kaplan (HSG) stehen lässt, sorgte für den nötigen Druck aus dem Rückraum.und trug sechs Treffer zum ESG-Sieg bei. Foto: Hahn

Gensungen. Ein verschlafener Start bietet einem derart in Rückstand Geratenen immerhin die Chance, sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen. Genau das war die löbliche Erkenntnis von Arnd Kauffeld, Trainer des Handball-Oberligisten ESG Gensungen/Felsberg, dessen Mannschaft nach erfolgreicher Aufholjagd einen letztlich ungefährdeten 33:27 (16:13)-Erfolg gegen VfR/Eintracht Wiesbaden feierte.

Zunächst kaum absehbar. Denn nach einem 2:6-Rückstand (10.), zurückzuführen auf eine Edertaler Abwehr ohne Zugriff besonders gegen den gefährlichen Gäste-Rückraum sowie erhebliche Abstimmungsprobleme in der eigenen Offensive, war guter Rat teuer. Der ESG-Coach hatte ihn. In Person des eingewechselten Jens Wiegräfe etwa, der für den nötigen Druck aus der zweiten Reihe sorgte. Ähnlich wie Sven Vogel, von Rechtsaußen auf Halbrechts beordert.

Dazu wirkte sich die Neu-Justierung der Gensunger 6:0-Deckung prompt aus. Der Mittelblock konzentrierte sich aufs Blocken und nahm dem sich ebenfalls steigernden Torwart Lauterbach viel Arbeit ab. Dazu kam das „Überraschungsmoment Gabriel“. Der Spielmacher löste sich „situativ“ (Gabriel) aus dem Deckungsverband, klaute dem Gegner dadurch einige Bälle und engte die Kreise des bis dahin überragenden Danic Seiwert ein. „Wir haben von hinten raus Gas gegeben“, beschrieb Marvin Gabriel die Wiederbelegung der ersten und zweiten Welle.

Vorne bestach der Regisseur als dynamischer Antreiber. Und setzte dabei besonders den überragenden Christoph Koch in Szene, der bei acht Treffern nur einen Fehlwurf hatte. Noch eindrucksvoller seine Defensivleistung nach zwei frühen Zeitstrafen, die nach eigener Aussage sogar einen positiven Effekt hatten: „Sie haben meine Konzentration geschärft.“

So konnte der Kreisläufer seine dritte Zeitstrafe bis zur 49. Minute hinauszögern, doch da war die ESG schon auf der Siegerstraße eingebogen. Zuvor hatte Jan-Hendrik Walther nach einem Schubser gegen Seiwert bereits „rot“ gesehen, so dass Trainer Kauffeld in der Schlussphase fast alle personellen Alternativen ausschöpfen musste, um den Sieg ins Ziel zu bringen. Das gelang. Denn: „Dafür sind wir ein Team.“ Noch eine positive Erkenntnis nach einem denkbar schlechten Beginn. • Gens./Felsberg: Lauterbach (18 Gegentore/7 Paraden), Wicke (ab 39., 9/5); Rossel 1, Balke, Hütt 2, Vogel 6, Gabriel 6/2, Wiegräfe 3, Schneider, Koch 8, Habenicht, Walther 3, Pollmer 4. Wiesbaden: Kunkel (22/8), Weißbrod (31.-50., 11/3; Burghard, Kolb 3, Schuhmacher 7/1, Kaplan, Seiwert 10/4, Dottorello, Kretschmann 3, Schmelzer, Grallert, Kellner 2, Engel 2, Robinson. SR: Hoffelner/Siedel. Z: 400. Zeitstrafen: 10:14-Minuten. Siebenmeter: 2/1:5/5. Bes. Vork.: Disqualifikation 49. Koch (drei Zeitstrafen), 46. Disqu. Walther (wegen Foulspiels).

Von Ralf Ohm

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