Andreas Klimpke analysiert die Derby-Rivalen: MT-Spiel fehlen Alternativen

„Gensungen siegt 27:23“

Auf ihn kommt es auch an: Melsungens Linkshänder Jannis Kothe (rechts, hier gegen Kahl/Kleinostheim Markus Wienand). Foto: Hahn

Melsungen. Es ist der Saisonhöhepunkt für die beiden heimischen Handball-Oberligisten MT Melsungen II und ESG Gensungen/Felsberg. Das Nordhessendery! Im Vorfeld des Spiels (heute 20 Uhr Stadtsporthalle Melsungen) hat Andreas Klimpke, Trainer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen, die beiden Mannschaften für unsere Zeitung analysiert. Der frühere Bundesligaspieler schiebt den Gästen aus Gensungen/Felsberg die Favoritenrolle zu.

Tor

Hier sehe ich beide Teams gleichauf. Die Torhüter spielen in dieser Serie bei Gensungen keine große Rolle und sind eher schwächer als vergangene Serie. Das Gespann Meyfarth/Paske bei der MT Melsungen ist solide, mehr aber nicht. Unentschieden

Abwehr

Trifft auf seinen alten Verein: Gensungen/Felsbergs Max Pregler (rechts, hier gegen Griesheims Tim Nothnagel). Foto: Kasiewicz

Bei Gensungen muss ich ja immer ein „normalerweise“ vorschieben. Normalerweise war Gensungen für mich ja der Aufstiegsfavorit, sie spielen aber eine erschreckend schwache Saison. Also normalerweise ist die Abwehr der ESG viel stärker. Die 6:0-Deckung überzeugt durch ihre körperliche Präsenz.

Arnd Kauffeld hat hier auch mehr taktische Variationen durch seinen breiten Kader. Die MT hat in der Hinrunde mit ihrer unorthodoxen 5:1-Deckung überrascht. Aber in der Rückrunde wird sich die Mannschaft von Trainer Georgi Sviridenko mehr einfallen müssen. Vorteil Gensungen

Außen

Das gebundene Spiel der MT ist rückraumlastig, die Außen werden kaum gesucht. Bei der ESG werden die Außen weit mehr gefüttert und nehmen am Spiel teil. Auch ansonsten spricht Spielstärke und Erfahrung für die Gäste. Überraschungsfaktor MT-Außen Dimitri Ignatov fehlt ja leider. Ich halte ihn für ein Riesentalent. Vorteil Gensungen

Rückraum

Die große Stärke der MT ist das Zusammenspiel vom Halblinken Mario Schanze mit Kreisläufer Petr Hruby. In der Oberliga gibt es keine bessere Achse. Auf der Spielmacherposition ist Gensungen mit Marvin Gabriel besser besetzt. Seine Torgefährlichkeit und Übersicht geht MT-Taktgeber Eugen Gisbrecht ab. Viele halte ich von Melsungens Linkshändern. Aber: Jannis Kothe fehlt die Luft für 60 Minuten und Corenlius Feuring fehlt der Körper für einen Rückraum. Unentschieden Kreis

Ganz klar: Petr Hruby ist die Nummer Eins in der Oberliga. Es gibt keinen besseren Kreisläufer. Hruby habe ich früher selbst noch gespielt, er ist unangenehm zu verteidigen. Er steht im Angriff aber meistens auf der Seite von Mario Schanze und geht nicht so viele Wege.

Sein Gegenüber Christoph Koch ist ein mitspielender Kreisläufer, der sehr viel für seine Kollegen arbeitet. Auch er ist ein richtig guter Spieler, die Abgezocktheit spricht aber auf dieser Position für Melsungen. Vorteil Melsungen Bank

Bei Melsungen stellt sich die Startaufstellung eigentlich von alleine auf. ESG-Coach Arnd Kauffeld hat viel mehr Varianten zur Verfügung. Die MT ist damit leichter auszurechnen. Gut finde ich, dass die A-Jugendspieler der MT nach und nach eingebaut werden. Das ist wichtig für deren weitere Entwicklung. Vorteil Gensungen

Tipp

Der Heimvorteil spricht etwas für Melsungen. Aber Erfahrung und Spielstärke liegen auf Seite der Gensunger. Die Gäste gewinnen 27:23.

Von Daniel Schneider

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