Oberliga: Gensungen/Felsberg überrollt Vellmar – „Top-Leistung“ beim 37:23

Edertaler Derby-Dominanz

Hinein in die Lücke: Vergeblich versuchen die Vellmarer Daniel Botte (l.) und Abraham Rochel Icardo (r.) den Gensnger Tim Schneider zu stoppen, der mit fünf Treffern am Gensunger Erfolg beteiligt war. Foto: Hahn

Gensungen. Die Nordhessen-Derbys in der Rückrunde der Handball-Oberliga sind zumindest mit Beteiligung der ESG Gensungen/Felsberg eine allzu eindeutige Angelegenheit. Der Grund: Die Edertaler lassen gerade in diesen so brisanten Nachbarduellen die Muskeln spielen, pflegen den Gegner schier zu überrollen. Diese Erfahrung musste nach Melsungen II auch der TSV Vellmar machen, der mit der 23:37 (12:23)-Niederlage in der Gensunger Kreissporthalle sogar noch gut bedient war.

Das, was aus Gastgebersicht so spielerisch leicht und wie aus dem Ärmel gezaubert daherkam, fand ein überglücklicher ESG-Trainer Arnd Kauffeld angesichts des vor dem Spiel immer noch anwesenden Abstiegsgespensts durchaus „schwierig“. Denn: Eine Niederlage hätte wohl das große Zittern ausgelöst. Umso „toller“ habe das seine Mannschaft gelöst, der auch sein Kollege Andreas Paul eine „Top-Leistung“ attestierte. Die seiner eigenen wurde durch Ausfälle vor (kurzfristig noch der erkrankte Lance-Phil Stumbaum) und während des Spiels („Unsere Abwehr und unser Rückraum waren phasenweise ein Totalausfall“) charakterisiert.

Genau so gestalteten sich die Kräfteverhältnisse. Als Gensungen etwa umgehend den wurfgewaltigen TSV-Rückraum mit einer aggressiven und mannorientierten 6:0-Deckung in den Griff bekam. „Das war der Schlüssel zum Erfolg“, erklärte Abwehrchef Christoph Koch, „denn so sind wir ganz schnell in den Tempogegenstoß gekommen.“ Deren Vollendung durch die agile Flügelachse Walther/Bauer war dabei genauso eine Augenweide wie die langen Pässe vom überragenden Torwart Marc Lauterbach. Die wegweisende 10:3-Führung nach 13 Minuten ging zu 60 Prozent auf das Konto dieses Erfolgsrezepts. Das den Gegner so zermürbte, dass er das (zwecklose) Zurücklaufen fast völlig einstellte und Torwart Christian Gumula, der nur zu Beginn ein paar Bälle abwehren konnte, im Stich ließ.

Perfekte erste Welle

„Unsere erste Welle war perfekt“, konnte Tim Schneider mit Fug und Recht behaupten. Der Gensunger Linkshänder, der mit seinen dynamischen Abschlüssen für viele Akzente im eigenen Positionsangriff sorgte. „Tim geht so entschlossen in die Tiefe wie kein anderer“, lobte sein Coach.

Noch beeindruckender: die Kompaktheit der Gastgeber, dank der klugen Spielsteuerung von Regisseur Benedikt Hütt von allen Position gefährlich. Da griff ein Rädchen automatisch in das andere, da übernahm jeder Spieler handlungsschnell Verantwortung, da waren als Zugabe auch noch zwei von Stephan Wicke gehaltene Siebenmeter drin. „Es läuft einfach“, sagte ESG-Rechtsaußen Jan-Hendrik Walther. Besonders in den Derbys. • Gensungen: Lauterbach (17 Paraden/15 Gegentore), Wicke (bei zwei Siebenmeter, 2/0), Röse (ab 45., 4/8); Bauer 4, Rossel 3, Gerhold 2, Hütt 1, Schmidt 1, Pregler, Otto 3/3, Schneider 5, Koch 6, Walther 10, Pollmer 2. Vellmar: Gumula (5/30), Botthof (4/7); Menche, Otto, Rochel-Icardo 4, Muth 2, Brückmann 2, Trogisch 6, Botte 6, Kiebach 1, Steiner, Gunkel, Petrovszki 2. SR: Parlak/Schmidt. Siebenmeter: 3/1:3/3. Zeitstrafen: 6:8-Minuten: Rote Karte: Steiner (25., wegen Foulspiels). Zuschauer: 500.

Von Ralf Ohm

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