„Größter möglicher Unfall“ 

Vellmarer Oberliga-Handballer Lennart Kusan erleidet schwere Knieverletzung

Vorerst ausgebremst: Der Vellmarer Handballer Lennart Kusan (links) – hier noch im Einsatz für die A-Jugend von Eintracht Baunatal – hat sich am vergangenen Sonntag im Oberligaspiel gegen die HSG Hanau schwer verletzt. Foto: Fischer

vellmar. Lennart Kusan kann sich trotz des Schocks noch genau erinnern: „Es war eine ganz normale 1:1-Situation“, erzählt der Vellmarer Oberliga-Handballer über das Handballspiel am vergangenen Sonntag.

Die HSG Hanau war zu Gast in Vellmar. Der 19-Jährige kam nach 28 Minuten ins Spiel und prallte bei seinem dritten Treffer mit einem Hanauer Spieler zusammen. „Ich bin mit dem linken Bein aufgekommen, und mein Gegenspieler ist von innen auf meinen Unterschenkel gefallen.“ Was dann geschah, beschreibt Kusan, der am Donnerstag im Hannoveraner Eilenriede-Krankenhaus operiert wurde, vom Krankenbett aus in beeindruckend sachlichen Worten: „Die Kniescheibe ist rausgesprungen, und das vordere Kreuzband, beide Menisken und die Bänder sind gerissen. Das war in Bezug auf das Knie der größte mögliche Unfall – mehr Unglück war nicht möglich.“

Für Kusan, bei dem zudem noch der Kiefer ausgerenkt war, hat der Unfall weitreichende Folgen. So ist an Leistungssport erst einmal nicht zu denken, und auch beruflich macht sich der Abiturient Sorgen: „Für den 1. September habe ich einen Ausbildungsplatz bei der Polizei, und vor dem Dienstantritt wird es noch einmal einen medizinischen Check geben.“

Damit bis dahin wieder alles in Ordnung ist, stehen jetzt Reha-Maßnahmen auf dem Programm, „damit das Knie nicht steif wird und die Muskulatur erhalten bleibt“, wie Kusan selbst sagt (siehe auch Hintergrund rechts).

Während Kusan jetzt darauf hofft, dass er in der kommenden Woche wieder zu Hause in Baunatal ist, herrscht in der Mannschaft Betroffenheit: „Wir waren geschockt. Die Schreie haben uns einen Schauer über den Rücken gejagt. Für Lennart hoffe ich, dass er die Verletzung gut übersteht und alles gut wird“, sagt Trainer Andreas Paul.

Gerade im Tor stand zum Zeitpunkt des Unfalls Kusans Freund Max Henkel: „Wenn man über einen solchen Unfall nachdenkt, merkt man erst, wie schnell das Schicksal sich im Sportlichen und Privaten gegen einen wenden kann“, sagt der 22 Jahre alte Lehramtsstudent.

Zusammen wollten Henkel und Kusan mit ihren Freundinnen zudem am Ostermontag für neun Tage nach Gran Canaria fliegen: „Daraus wird jetzt nichts“, sagt Lennart Kusan vom Krankenbett aus. „Zu allem Überfluss haben wir keine Reiserücktrittsversicherung, aber vielleicht meldet sich ja jemand, der die Reise für einen guten Preis spontan für uns machen will.“

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