Der Handball-Oberligist setzt im Abstiegskampf auf Paul und Bikic

TSV Vellmar trennt sich von Trainer Gunnar Kliesch

In Vellmar entlassen: Trainer Gunnar Kliesch. Archivfoto:  Fischer

Vellmar. Im Abstiegskampf der Handball-Oberliga hat der TSV Vellmar personelle Konsequenzen gezogen und sich von Trainer Gunnar Kliesch und dessen Assistent Cristiano Weinkauf getrennt.

Anstelle des 44-Jährigen sollen nun der bisherige Torwarttrainer Andreas Paul (38), der weiterhin auch die Landesliga-Frauenmannschaft des TSV betreuen wird, und der erfahrene Jugendtrainer Besim Bikic (46) das Team zum Klassenerhalt führen.

„Die Mannschaft hat den Impuls zum Wechsel gegeben. Sie hat nicht das Gefühl, auf dem eingeschlagenen Weg das Ziel des Klassenerhalts noch erreichen zu können“, erläutert Manager Martin Ziegener „die für uns alle schwere Entscheidung“. Denn menschlich habe es keinerlei Probleme gegeben. Der Wechsel solle nun der Mannschaft einen neuen Ruck geben, den Spielern aber auch das Alibi nehmen, das schwache Abschneiden in der Arbeit des Trainers zu begründen.

„Jetzt ist jeder Einzelne gefordert, sein Können und seine kämpferische Einstellung zu beweisen“, nimmt Martin Ziegener die Aktiven in die Pflicht. Schließlich liege es nicht am Trainer, wenn die Spieler klarste Torchancen wie beim 27:28 in Hüttenberg ungenutzt ließen.

Dass es sportlich aber nun nicht mehr passt zwischen Kliesch und den TSV-Spielern, das mutet auf den ersten Blick fragwürdig an. Schließlich haben die Vellmarer die vergangene Saison mit dem im Januar 2014 gekommenen Trainer auf Rang sechs abgeschlossen – ein feiner Erfolg. Tatsächlich aber konnten beim TSV die beruflich bedingten Abgänge des Rückraum-Duos Jannik Steiner und Benny Gunkel, der 170 Tore geworfen hatte in der vergangenen Serie, nicht adäquat kompensiert werden. Talente wie Max Gribner, Lennart Kusan und Daniel Brückmann haben ohne Frage das Potenzial für die Oberliga, aber brauchen Zeit, sich zu entwickeln. Zeit, so Martin Ziegener, „die wir nicht mehr haben jetzt“.

Elf Spiele nur noch stehen aus, in denen der TSV die drei Abstiegsränge verlassen kann. Das rettende Ufer ist nicht weit, und so ist auch Ziegener optimistisch, dass es noch etwas wird mit dem Klassenerhalt: „Andere Teams, die unten drinstehen, sind personell schlechter besetzt als wir“, erklärt der Manager.

„Wir hoffen, dass wir den Jungs den nötigen Kick geben können“, sagt Andi Paul. Auch Besim Bikic ist sicher, „dass wir das schaffen – wenn alle an einem Strang ziehen und Zusammenhalt zeigen“. Er verweist auf den Spielplan. Schon das erste Spiel werde richtungweisend, denn am 1. März gastiert Griesheim in Vellmar, der Tabellenelfte. Außerdem spielt der TSV noch gegen zwei andere direkte Rivalen: bei der HSG Kahl/Kleinostheim am 29. März und gegen den Tus Holzheim (12. April), auch bei der SVH Kassel am 9. Mai werden die Punkte eingeplant.

Gunnar Kliesch war nicht zu erreichen.

Die Neuen

Andreas Paul (38) war Torwarttrainer der ersten Männermannschaft, er war und bleibt Trainer der weiblichen C-Jugend und der Landesliga-Frauen. Paul war Torwart in Waldau, dann sechs Jahre bei der SVH Kassel und ist seit 2006 beim TSV in Vellmar. Er lebt mit Frau und zwei Töchtern in Ahnatal und arbeitet als Industriemechaniker im Kasseler Daimler-Achswerk.

Besim Bikic (46) ist seit sechs Jahren Jugendcoach beim TSV (derzeit Mädchen C2), hat auch Iljo Duketis schon erfolgreich bei den Männern assistiert. Er unterrichtet Gesellschaftslehre, Sport und Musik an der Grupe-Schule in Grebenstein, lebt mit Ehefrau und zwei Kindern in Vellmar. Der Bosnier kam 1992 nach Deutschland, war Linksaußen bei HSG Baunatal und TSG Wilhelmshöhe.  

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