Oberliga: ESG bejubelt den ersten Saisonsieg

Hütt besiegt das Trauma

Stark: Rechtsaußen Jan-Hendrik Walther. Foto: Kasiewicz

dutenhofen. Wenn sich Geschichte wiederholt, geht‘s für einen der Protagonisten meister tragisch aus. Ein solches Schicksal drohte der ESG Gensungen/Felsberg in Dutenhofen. Wie im letzten Spiel führte der heimische Handball-Oberligist fünf Minuten vor Schluss mit 28:24. Und wie gegen Bruchköbel schienen die Edertaler diesen Vorsprung zu verspielen. „Die Erinnerung war wieder da“, bekannte Benedikt Hütt. Und die eigene Nervösität auch, noch gefördert durch die offene Manndeckung des Gegners.

Doch ausgerechnet der ESG-Spielmacher, vor einer Woche noch untergetaucht, nahm nun die Sache entschlossen in die Hand. Und sorgte für ein Happy-End. Für den Siegtreffer zwei Sekunden vor Schluss zum 32:31 (15:12) beim bisher so starken Aufsteiger Dutenhofen/Münchholzhausen II. Und damit für den ersten und so ersehnten Saisonerfolg seiner Mannschaft überhaupt.

„Die Erleichterung ist unglaublich, endlich haben wir uns für unsere harte Trainingsarbeit belohnt“, freute sich Trainer Arnd Kauffeld. Ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art, denn der ehemalige Gensunger Kreisläufer wurde am Samstag 45 Jahre alt.

Die dramatische Schlussphase hatte er seinen Schützlingen schnell verziehen, schließlich hatten sie den noch ungeschlagenen Neuling 55 Minuten ganz gut im Griff gehabt. Weil die Mannschaft eine Reaktion auf die vorausgegangenen Pleiten zeigte und sich nicht nur Benedikt Hütt zu steigern wusste.

Jens Wiegräfe etwa legte seine Wankelmütigkeit im Rückraum ab und Jan-Hendrik Walther sorgte auf Rechtsaußen für die nötige Torgefahr. Eine weitere Maßnahme, um die 3:2:1-Deckung der Mittelhessen zu knacken: das Auflösen zum Kreis, was den Gastgebern, die nach 20 Minuten auf eine 6:0-Abwehr umstellten, ebenfalls nicht behagte. Dazu gesellte sich Untermanns Treffsicherheit beim Siebenmeter und Lauterbachs solide Torwartleistung. So konnte auch der frühe Ausfall von Max Pregler (Schulterprobleme) kompensiert werden. Nach dem Wechsel kämpften sich die Klimpke-Schützlinge nochmal zum 20:20 heran, ehe der Rückraumrechte Kevin Trogisch seine Treffsicherheit unter Beweis stellte.

Die letzte Klippe zum ersten Saisonsieg war schließlich eher von psychologischer Natur - und wurde dank Hütts Initiative gemeistert. „Hoffentlich ist damit die mentale Blockade gelöst“, blickt Co-Trainer Mario Schuhmacher schon nach vorn. Denn erst das kommende Derby gegen SVH Kassel (Sa.) wird zeigen, ob es sich beim Geburtstagsgeschenk für Arnd Kauffeld wirklich um einen Befreiungsschlag handelt. • Gens./Felsberg: Lauterbach, Stahl (für drei 7m, davon zwei gehalten); Bauer 2, Rehberg 1, Hütt 2, Untermann 6/5, Trogisch 7, Wrzosek 1, Pregler, Schneider 1, Otto 1, Walther 5, Köpke 2, Wiegräfe 3. (ohm)

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