Oberliga: ESG verspielt 14:8-Vorsprung und verliert nach Preglers Disqualifikation

Kauffeld: „Akku war leer“

Wieder mal durchgebrochen: Gensungens Tim Schneider, der hier den Wettenberger Philip Schneider (l.) stehen lässt. Foto: Hahn

gensungen. In nur zwei Minuten war das Spiel weg, geriet die ESG Gensungen/Felsberg unwiderruflich auf die Verliererstraße. Die Chronologie, die den heimischen Handball-Oberligisten gegen die HSG Wettenberg ins Mark traf: Torwart Risse pariert gegen Hannes Bauer und im Gegenzug trifft Lennart Lauber zum 32:33 (56.), danach verzieht Marvin Gabriel, was Jonas Schleenbecker zum 32:34 (57.) nutzt und während Christoph Koch die Latte trifft lässt sich Kai Olbert die Chance zum 32:35 (58.) nicht entgehen lässt. Der Rest ging als Ergebniskosmetik durch, änderte nichts mehr am 37:33 (19:20)-Erfolg des bärenstarken Aufsteigers.

„Ein paar Körnchen mehr“ machte HSG-Trainer Saul für den Coup seiner Mannschaft verantwortlich, während sein Kollege Arnd Kauffeld einen spielentscheidenden Kräfteverschleiß seines arg ersatzgeschwächten Teams (ohne drei Rückraumspieler) beklagte: „Der Akku war leer.“ Auch weil zuvor der Motor im ESG-Spiel ausgefallen war. Max Pregler nämlich, den die Schiedsrichter nach 38 Minuten zum dritten Mal auf die Strafbank verbannten - eine (höchst fragwürdige) Sanktion, die die Rote Karte für den Aktivposten nach sich zog.

Und Improvisationen der Edertaler, die seinen Verlust trotz einer 25:22-Führung nicht kompensieren konnten. Weder in der Deckung, die auf eine 5:1-Formation zurück greifen musste, nachdem die 6:0-Variante mit Pregler im Innenblock in der zweiten Halbzeit richtig gut funktioniert hatte. Und noch weniger im Angriff, wo der etatmäßige Linksaußen Jan Pollmer im Rückraum aushelfen musste.

Das konnte nicht gut gehen, zumal Wettenbergs Torwart Risse nun endgültig zur Höchstform auflief. Der 48-jährige Routinier, der immer schon da stand, wo die Gastgeber hinwarfen. Der Mann, der vor 25 Jahren zum letzten Mal in der Kreissporthalle gastiert hatte (mit dem TSV Dutenhofen in der Regionalliga) und sich noch gut an sein Gegenüber Zoltan Bartalos erinnern konnte. Der Matchwinner, der nach seiner Einwechslung in der 14. Minute wohl kaum an einen solchen Triumph seiner Vorderleute geglaubt hatte: „Da sah es nicht gut aus.“

Weil die Gensunger mit 14:8 führten und dank einer starken Angriffsleistung den Gast im Griff hatten. Tim Schneider führte dabei eine unwiderstehliche zweite Welle an und Sven Vogel war im Abschluss eine Bank. „Diesen Vorsprung hätten wir ruhig und abgeklärt nach Hause bringen müssen“, ärgerte sich der treffsichere Rechtsaußen über „nachlassende Konsequenz im Abschluss“. Was auch mit einem sich steigernden Martin Risse zu tun hatte, der zudem nach erfolgreichen Paraden einen Tempogegenstoß nach dem anderen einleitete.

Zum dynamischen Tempospiel der HSG gesellte sich deren Zweikampfstärke, die die ESG-Abwehr immer mehr bröckeln ließ. Genau das hatte der ESG-Coach in der Pause halbwegs repariert. Und seine Schützlinge prompt erneut das Kommando übernommen. Bis ihnen der Stecker gezogen wurde. • Gens./Felsberg: Wicke (17 Gegentore/3 Paraden), Lauterbach (20/5); Bauer 2, Balke 1, Vogel 9/1, Pregler 6/3, Gabriel 5, Schneider 7, Koch 3, Walther, Pollmer. Wettenberg: Dellner (13/1), Risse (20/17); Nenad 8/5, N. Puhl 6/1, Becker, Olbert 5, S. Puhl 5, Schneider 2, Henkel, Schleenbecker 3, Wingefeld 3, Kreutz, Quurck, Lauber 5. SR: Parlak/Schmidt. - Z.: 300. Zeitstrafen: 12:6-Minuten. Siebenmeter: 6/4:6/6.

Von Ralf Ohm

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