Oberliga: Gensungens Trainer warnt vor Tempohandball des TuS Holzheim

Kauffeld fordert „Reaktion“

Von seiner Grippe genesen und voller Tatendrang: Gensungens Routinier Stephan Untermann, der gegen Holzheim wieder dabei ist. Foto: Kasiewicz

Gensungen. Kein Frage, es wurde Tacheles geredet. „Klare Worte sind gefallen“, beschreibt Arnd Kauffeld, Trainer der ESG Gensungen/Felsberg die Aufarbeitung der letzten, völlig überflüssigen 22:26-Niederlage des heimischen Handball-Oberligisten bei der HSG Kahl-Kleinostheim. Denn: „So kann sich die Mannschaft nicht nochmal präsentieren.“

Hochmut, im ESG-Fall eine lasche Einstellung im trügerischen Gefühl des sicheren Sieges, kommt vor dem Fall. Der war in Verbindung mit der folgenden Standpauke umso schmerzlicher, so dass Gensungens Coach nun auf einen entsprechenden „Lerneffekt“ hofft. Und von seinen Jungs im Heimspiel gegen den TuS Holzheim (Sa. 19.30 Uhr Kreissporthalle Gensungen) eine „Reaktion“ erwartet.

Unterschätzen des abstiegsbedrohten Gegners ist verboten. Auch wenn der im letzten Heimspiel Aufsteiger SVH Kassel beim 28:33 den ersten Saisonsieg gestattete. „Diese Niederlage wurmt mich massiv“, sagt TuS-Trainer Jens Illner, ohne deshalb über seine Mannschaft den Stab zu brechen. Denn die Pleite war „erklärlich“ (Illner). Ohne zwei Leistungsträger (Schneider, Hien) und mit drei höchst angeschlagenen Spielern (Herold, Schyga und N. Wolfgram) war für seine Youngsters selbst gegen das Schlusslicht einfach nicht mehr drin.

Was sie mit voller Kapelle und im Vollbesitz ihrer Kräfte drauf haben, hat die ESG im Hinspiel bei ihrer 26:36-Abfuhr erfahren. „Die sind ständig in Bewegung“, lobt Arnd Kauffeld die offensive Abwehr, der Rückkehrer Moritz Schneider wieder mehr Halt geben sollte, und das blitzschnelle Umschaltspiel der Holzheimer. Und warnt vor der Mittelachse Wolfgram/Lazzaro. Kreisläufer Dominik Lazzaro ist mit 77/0-Treffern der gefährlichste Torschütze seiner Mannschaft.

Die reist nach drei Niederlagen natürlich als Außenseiter an. „Etwas Zählbares wäre für uns eine Sensation“, erklärt Trainer Illner sogar, auch wenn der langjährige Zweit- und Drittliga-Torwart in Gensungen wohl „nur“ noch auf Rückraumspieler Lennhard Hien verzichten muss. Und obwohl der 44-Jährige weiß, dass seine Jungs, fast alles Eigengewächse, den drohenden Abstieg (im elften Oberliga-Jahr des TuS) unbedingt noch abwenden wollen: „Die sind heiß und werden alles reinlegen.“

Vielleicht soll solch‘ ein Anflug von Tiefstapelei aber auch den Gegner, der wieder auf Stephan Untermann zurück greifen kann, in Sicherheit wiegen. Und zu den gleichen Fehlern wie in Kahl verleiten. Und damit zu einer Reaktion, wie sich sich Trainer Kauffeld auf keinem Fall vorgestellt hat. (ohm)

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