Nordhessen-Cup: MT Melsungen tritt mit letztem Aufgebot sieglos – Ex-ESGler Trogisch trifft 25 Mal

Kauffeld-Team schon gut drauf

Neuzugänge unter sich: Melsungens Rückraumspieler Christian Damm vor Gensungens Mark Potthof.

Gensungen. Der Ausrichter wurde auch zum Turniersieger. Handball-Oberligist ESG Gensungen/Felsberg gewann den erstmals ausgetragenen Nordhessen-Cup in eigener Halle vor den Ligakontrahenten TSV Vellmar und MT Melsungen II.

Das Eröffnungsspiel

Das ewig junge Edertaler Derby fand diesmal nur vor 80 Zuschauern statt. Richtig Stimmung wollte auf dem Parkett so nicht aufkommen. „Ein komisches Spiel“, fand Gensungens Benedikt Hütt. Zudem offenbarten beide Teams noch erhebliche Abstimmungsschwierigkeiten. Die Bundesliga-Reserve trat enorm ersatzgeschwächt auf, es stand noch nicht mal ein gelernter Rechtsaußen auf dem Spielbericht. Dort wechselten sich Cornelius Feuring und Jan Grolla ab.

Trotz des spannend verlaufenen Spiels kamen Emotionen nicht so recht auf. Gensungens Coach Arnd Kauffeld wechselte viel durch und nahm auch oft den Torwart aus dem Kasten. Das zahlte sich später aus.

Denn nach einer Schwächephase des Gastgebers, steigerte sich die ESG und gewann noch 27:26 (15:16). Bezeichnend: In den letzten zehn Spielminuten einer dürftigen Begegnung fielen gerade einmal zwei Tore. 

Der Derbyfaktor

Flugeinlage: Max Pregler von der ESG Gensungen/Felsberg hebt ab und Melsungens Jan Grolla kann nur noch hinterherschauen. Fotos: Kasiewicz

„Für uns waren es ganz normale Turnierspiele. Der Faktor Derby hat gar keine Rolle gespielt“, meinte Melsungens Coach Igor Sviridenko. Freundschaftlich verlief dann auch das Spiel seiner Mannschaft gegen Oberliga-Aufsteiger TSV Vellmar (32:34), bei dem die MT noch Rückraumspieler Florian Weiß (Platzwunde) verlor.

Etwas mehr los war beim letzten Spiel des Cups, das zugleich zum Finale mutierte. Die Emotionen wurden allerdings vor allem von der Paul-Sieben hereingetragen, die sich über einige Schiedsrichterentscheidungen aufregte. Die ESG ließ sich von der Unruhe nicht irritieren, spielte besser als am Vortag und wurde schließlich verdient Derbysieger. „Es war ein guter Test“, meinte Kauffeld, der vor allem mit der Integration seiner Neuzugänge zufrieden sein konnte.

Auffälligkeiten

Das Turnier wurde - im Gegensatz zu den Ligaspielen - nicht vom großen Aufwand geprägt. So mussten die Spieler desöfteren selbst zum Wischer greifen. Erkenntnisse, fünf Wochen vor dem Saisonstart, ließen sich auch noch nicht wirklich ziehen.

Torschützenkönig und auffälligster Spieler des Turniers war Vellmars Kevin Trogisch. Der Linkshänder traf gegen seine alte Mannschaft aus Gensungen alleine 15 Mal und zeigte sich auch gegen die MT (zehn Tore) ziemlich treffsicher.

Die Zukunft

Erstmals wurde der Nordhessen-Cup ausgetragen, da in diesem Jahr der Sparkassen-Cup ausfiel. Dieser findet allerdings im nächsten Jahr wieder statt. Bleibt der Vergleich der Oberligisten also eine einmalige Sache? „Wir werden vermutlich auch im nächsten Jahr wieder so ein Turnier auf die Beine stellen. So eine Tradition muss sich ja erst entwickeln“, sagte Jochen Keim.

Der Vorsitzende vom TSV Jahn Gensungen zeigte sich aber enttäuscht von den Zuschauerzahlen. „Jeden Tag haben etwa 100 Zuschauer gefehlt, aber das hatte ja auch seine Gründe“, so Keim und spielte unter anderem auf die deutschen Handballer an, die am Freitagabend gegen Frankreich spielten. Im nächsten Jahr könnte das Turnier eventuell auf vier Teams erweitert werden.

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