Fünf Gründe für ESG-Aufschwung: Sechs Siege folgten sechs Niederlagen - Spieler wie ausgewechselt

Die Krise effektvoll gemeistert

Arnd

Gensungen. Keine Frage, die ESG Gensungen/Felsberg hat in der Hinrunde der Handball-Oberliga die Kurve gekriegt. Durchaus eindrucksvoll: Ein kapitaler Fehlstart von 0:12-Punkten folgte eine Erfolgsserie von 12:0-Zählern. Was seine Gründe hat.

1.Rückkehr der Verletzten: Mit Stephan Untermann hat die ESG kein Spiel verloren. Mit dem Routinier wurde das Kreisspiel verbessert und die eigene Abwehr stabilisiert. „Seine Erfahrung und seine vorbildliche Einstellung färbt auf die Mannschaft ab“, sagt Trainer Kauffeld. Der konnte sich auch über einige, durchaus effektvolle, Kurzeinsätze von Max Pregler freuen, der nach seiner Schulteroperation aber wohl erst im neuen Jahr voll belastbar sein wird.

2.Die Geschlossenheit: Die Mannschaft ist an der anfänglichen Erfolglosigkeit nicht zerbrochen. „Wir haben uns als Team zusammen gerissen und gemeinsam aufgerappelt“, betont Torwart Stephan Wicke die mannschaftliche Geschlossenheit. Ohne Kritik ging das natürlich nicht über die Bühne. Doch die haben die Spieler laut Kauffelds Erfahrung durchaus angenommen. Der Coach selbst habe versucht, das Umfeld im Training auszublenden, stattdessen sein Team ganz konzentriert auf den jeweils nächsten Gegner vorzubereiten, was die dann auch immer besser umgesetzt habe.

3.Das Personal: Jeder einzelne Spieler hat sich gesteigert und ist mittlerweile im Vergleich zu seinen ersten Auftritten kaum wieder zu erkennen. Allen voran Jens Wiegräfe, der mittlerweile die Königsposition im Rückraum gebührend ausfüllt. Und dabei, so Arnd Kauffeld, sogar sein Spiel veränderte. Also mehr in die Tiefe stößt, dabei selbst abschließt oder auf Außen ablegt. Nebenmann Kevin Trogisch ist effektiver geworden und glänzt auch als Anspieler. „Wir haben mittlerweile die Geduld, den Ball noch einmal weiter zu spielen“, stellt der ESG-Coach zufrieden fest. Davon hat vorrangig die bärenstarke Flügelzange Bauer/Walther profitiert. Und die Offensivabteilung insgesamt. „Wir sind im Angriff viel variabler geworden“, erklärt Linksaußen Hannes Bauer. 4.Die Abwehr: Mittlerweile hat die ESG zwei funktionierende Abwehrsysteme. Zur zunächst bevorzugten 6:0-Formation gesellte sich schließlich eine 5:1-Variante. Aus der Not geboren, weil der Mittelblock schwächelte, wurde daraus eine Tugend. Von der auch die Torhüter profitierten, zuletzt eine „Bank“ im Gensunger Team, wobei sich Marc Lauterbach und Stephan Wicke hervorragend ergänzten.

5.Das Selbstvertrauen: Erfolg macht stark - und selbstbewusst. „Wir sind von Spiel zu Spiel lockerer geworden“, sagt Rechtsaußen Jan Hendrik Walther. Eine Lockerheit, die insbesondere im Angriff zu einem „besseren Entscheidungsverhalten“ (Kauffeld) geführt hat. So gesellt sich zu klaren, inzwischen umgesetzten, taktischen und spielerischen Vorgaben auch die nötige Intuition, die zuvor vom Grübeln über den Misserfolg verschüttet war. Die aber auch nicht die Einsicht in die Notwendigkeit trübte, in jedem Spiel das Optimale abrufen zu müssen, um zum Erfolg zu kommen. Das hat die Mannschaft auch während ihres Höhenflugs beherzigt - und ihn (nur) so fortsetzen können. Foto: Kasiewicz

Von Ralf Ohm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.