MT-Kreisläufer Hruby erstmals ausgebremst – Mario Schanze wird ausgepfiffen

Lauterbach kennt keine Krise

Überragend: ESG Gensungen/Felsbergs Torhüter Marc Lauterbach wird hier von Marvin Gabriel geherzt. Foto: Hahn

Gensungen. MT-Rückraum-Ass Mario Schanze ließ in den ersten Sekunden des Derbys einen Wurf los – und Marc Lauterbach hielt. So weit nichts besonderes, aber Lauterbach hielt auch die kommenden drei Bälle. Es war so etwas wie eine Befreiung für den Torhüter vom Handball-Oberligisten ESG Gensungen/Felsberg im Spiel gegen die MT Melsungen II (28:21). Das Fanal zum Derbysieger zu werden. Nicht Schanze, nicht MT-Kreisläufer Petr Hruby, nicht ESG-Spielmacher Marvin Gabriel prägten das Derby, sondern Lauterbach. Ausgerechnet.

Die Saison verlief für den 24-Jährigen bislang eher suboptimal. „Stimmt. Ich hatte eine schwere Phase“, sagte der Schlussmann nach dem Spiel. „Wankelmütig“ sei seine Leistung zuletzt gewesen, so stand es in dieser Zeitung. „Klar, auch ich lese, was über mich geschrieben wird. Das geht nicht spurlos an einem vorbei“, so der ehemalige Perspektivspieler der MT Melsungen. Doch Trainer Arnd Kauffeld fand Zugang zu dem als introvertiert geltenden Keeper. „Er hat viel mit mir gesprochen, mich stark geredet. Und er sagte, gegen Melsungen würde dieser Ball kommen.“ Vielmehr noch als Feldspieler leben Torhüter von der ersten Aktion, dem ersten gehaltenen Ball. Lauterbach hielt den Ball und machte danach einfach weiter, als würde das Wort Formkrise bei ihm gar nicht im Wortschatz auftauchen. 16 gehaltene Bälle waren es nach 60 Minuten.

Ganz anders lief es bei seinem Gegenpart: dem hochgelobten Maurice Paske (Gabriel: „Für mich einer der stärksten Torhüter der Liga.“). Der musste gleich nach dem ersten Wurf hinter sich greifen. „Ich bin nicht gut reingekommen“, gab Paske, der erst nach 13 Minuten den ersten Ball hielt, zu. Was eigentlich auch für seine gesamte Mannschaft galt. „Unsere Chancenverwertung war einfach mies“, sagte MT-Routinier Schanze. Der Torjäger blieb diesmal gar ohne Feldtor. Womöglich war das zuletzt in der F-Jugend der Fall. Nur drei Siebenmeter verwandelte er sicher, zog sich dabei aber den Zorn des Publikums zu, als er Lauterbach knapp am Kopf vorbeiwarf. „Ich dachte Marc bleibt liegen. Er ist aber stehen geblieben und mein Wurf etwas verrutscht. Das sieht natürlich blöd aus, war aber keine Absicht.“ Den Zuschauern war´s egal. Sie pfiffen ihren früheren Spieler von da an aus.

Nicht ausgepfiffen, aber ausgebremst wurde Marvin Gabriel. Er sah sich einer intensiven Bewachung von Alexander Bärthel ausgesetzt, fand es aber gar nicht mal so schlimm: „Klar, war das nervig. Auf der anderen Seite konnte ich mich so schonen. Ich habe krankheitsbedingt ja unter der Woche gar nicht trainiert...“

Der einzige Spieler, der schonmal ein Derby zu Zweitligazeiten mitgemacht und geprägt hatte, war Petr Hruby. Der 35-Jährige wurde aber ebenfalls zum ersten Mal in dieser Serie ausgebremst. „Gensungen hat das geschickt gelöst, mich immer gedoppelt. Das hat manchmal sogar weh getan“, sagte der Kreisläufer augenzwinkernd. Und verteilte auch Komplimente: „Wenn die ESG so weiter spielt, steigen sie auch auf.“ Und dazu braucht die ESG wieder Bälle, die von ihrem Torhüter so magisch angezogen werden wie im Derby.

Von Daniel Schneider

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