Vor dem Nachbarschaftsderby in der Handball-Oberliga

TSV und die SVH Kassel im Teamcheck: Leichter Vorteil für Vellmar

Wer hat den besseren Zug zum Tor? Vellmars Peter Petrovszki (links) und SVH-Torjäger Daniel Botte werden am Sonntag wohl alles geben müssen. Fotos: Fischer

kassel. Als wäre ein Derby nicht schon genug, ist das Aufeinandertreffen des TSV Vellmar mit der SVH Kassel in der Handball-Oberliga am Sonntagabend ab 18 Uhr (Vellmarer Großsporthalle) auch noch ein wichtiges Duell im Abstiegskampf beider Mannschaften. Im Teamcheck beleuchten wir Stärken und Schwächen beider Teams.

Die Trainer

Gunnar Kliesch ist seit rund einem Jahr Trainer beim TSV und kennt die Stärken seines Teams. Anders ist das bei der SVH, bei der Iljo Duketis erst seit einer Woche an der Seitenlinie steht. Allerdings war Duketis der Vorgänger von Kliesch und kennt die Stärken und Schwächen des TSV.

Fazit: Ausgeglichen

Torhüter

Mit Christian Gumula hat der TSV einen Torhüter, der ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. Dafür muss er allerdings auch gleich von Beginn an im Spiel sein und zu seiner Form finden. Mit Max Henkel sitzt aber auch ein guter Ersatzmann auf der Bank.

Mit Christian Krätzig, Lukas Frohmüller und Pascal Zügler verfügt die SVH über drei gute Torhüter, die jedoch ein Manko haben: Sie können über 60 Minuten kein Spiel entscheiden und haben immer wieder Schwächephasen. Allerdings werden sie auch zu häufig von der Abwehr im Stich gelassen.

Fazit: Vorteil Vellmar

Abwehr

Ist das Sorgenkind bei beiden Mannschaften. Mit 358 Gegentoren aus den ersten elf Spielen stellt Vellmar die schlechteste Defensive der Liga, knapp gefolgt von den Harleshäusern (350). Mit Eugen Gisbrecht und Peter Petrovszki haben die Vellmarer zwei gute Defensivspieler, allerdings fehlt beim TSV häufig der Zugriff auf die Gegenspieler.

Gleiches gilt auch für die SVH. Dort fehlen mit Andreij Doktorovych (Kreuzbandriss) und Max Gribner (Wechsel nach Vellmar) zwei groß gewachsen Spieler. Zwar sind die Harleshäuser in der Defensive relativ stabil, allerdings gehen sie häufig zu aggressiv zu Werke: Die Folge: Harleshausen zieht viele unnötige Zeitstrafen

Fazit: ausgeglichen.

Angriff

Die Offensive könnte das Zünglein an der Waage sein. Mit Lance-Phil Stumbaum und Robin Kiebach hat der TSV zwei flinke Außen, die gerade bei Tempogegenstößen brandgefährlich sind. Zusätzlich verfügen die Hausherren mit Gordon Suton noch über einen intelligenten Spielmacher, der seine Mitspieler gut in Szene setzt. Allerdings neigt der TSV dazu, früh den Abschluss zu suchen.

Im Gegenzug stellt die SVH mit nur 265 Toren den schlechtesten Angriff der Oberliga. Das liegt weniger an den herausgespielten Chancen als an der teilweise katastrophalen Chancenverwertung. Auch im Spielaufbau leisten sich die Harleshäuser häufig technische Fehler und Fehlpässe, die den Gegner zu Tempogegenstößen einladen. Allerdings wirkte die Offensive der SVH in den letzten beiden Partien deutlich verbessert und wirkte beweglicher.

Fazit: Vorteil Vellmar

Form und Prognose

Vellmar zeigte sich zuletzt vor allem Zuhause verbessert und gewann die letzten beiden Heimspiele – bedingt auch durch einen unbändigen Teamgeist. Die SVH zeigte zuletzt noch größeren Kampfgeist als sie sowieso schon bislang gezeigt hatte.

Dennoch: Sollte die Partie im normalen Rahmen verlaufen, geht Vellmar als Sieger vom Feld. Schaffen es aber die Harleshäuser, ihre schon obligatorische Tiefschlafphase zu Beginn einer Partie ad acta zu legen, könnte es eine Überraschung geben.

Von Max Seidenfaden

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