Interview

„Ziel ist die 3. Liga“: Christoph Koch über den Höhenflug der ESG Gensungen/Felsberg

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Gensunger Erfolgsgaranten: Trainer Arnd Kauffeld (links) und Christoph Koch nach dem Sieg gegen Kirchzell. 

Gensungen. Die Handballer der ESG Gensungen/Felsberg haben etwas Besonderes geleistet: Das 30:29 im Spitzenspiel gegen den TV Kirchzell vor 542 Fans in der Gensunger Hölle Nord war der zehnte Oberliga-Sieg in Serie.

Dadurch mischen die Edertaler voll im Aufstiegsrennen mit, liegen nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer TSG Offenbach-Bürgel. Ein Erfolgsgarant ist ESG-Kapitän und Abwehrchef Christoph Koch.

Zehn Siege in Serie. Ist Ihnen das schon mal gelungen?

Christoph Koch: Ich kann mich daran zumindest nicht erinnern. Selbst als wir mit Eintracht Baunatal 2014 in die 2. Liga aufgestiegen sind, war keine so lange Serie dabei. Das ist schon außergewöhnlich.

Dabei war Ihre Mannschaft mit 1:7 Punkten schlecht gestartet. Wie hat sie den Schalter umgelegt?

Koch:Einen echten Schlüsselmoment hat es nicht gegeben. Am Anfang haben wir uns wohl zu viel Druck gemacht. Vielleicht haben wir mit den vielen neuen, jungen Spielern einfach nur Zeit gebraucht, um uns zu finden.

Was macht die neue Stärke der ESG aus?

Koch: Wir ergänzen uns auf jeder Position zu 100 Prozent. Wer von der Bank kommt, bringt sich sofort ein und hilft dem Team. Wenn etwa Maik Gerhold am Kreis gut spielt, feiere ich ihn. Neid gibt es bei uns nicht. Die Fitness im Kader passt und wir haben das nötige Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben.

Ihre Mannschaft hat ihr Spiel etwas verändert, läuft weniger erste und zweite Welle, trifft dafür mehr aus dem Positionsangriff. Ist dieser Wandel mittlerweile vollzogen?

Koch:So würde ich das nicht sehen. In der zweiten Welle sind wir sogar noch etwas strukturierter. Und bei der ersten Welle macht Jasse Otto das schon gut, auch wenn wir hier im Sommer natürlich durch die Abgänge von unserer Flügelzange mit Jan-Hendrik Walther und Hannes Bauer einen Bruch hatten.

Hat die Mannschaft also noch Luft nach oben?

Koch: Allein mit Blick auf die vielen jungen Spieler geht einiges. Wenn ich Heinrich Wachs nehme, der in seiner ersten Oberliga-Saison gleich zu den besten Torjägern der Klasse gehört und jetzt 13 mal gegen Kirchzell getroffen hat. Oder Vince Schmidt, wie der auf der Mitte das Ruder an sich reißt. Oder Corni Feuring, der sich mit einem blauen Auge durchbeißt und wichtige Tore wirft, Das macht schon Spaß. Zumal wir uns auch in der Abwehr immer besser finden und nun mit Marc Lauterbach und Martin Herwig ein überragendes Gespann haben, das uns Sicherheit gibt.

Gensungen/Felsberg ist die Mannschaft der Stunde, auf den zweiten Platz vorgerückt und damit ein Aufstiegskandidat. Wo soll das hinführen?

Koch:Wir sind dran. Entscheidend wird der Start im neuen Jahr sein. Dann spielen wir gegen Kleenheim und in Offenbach. Danach wissen wir mehr. Zudem waren wir jetzt der Jäger. Ich bin gespannt, wie wir damit umgehen, wenn wir gejagt werden sollten.

Dass das Umfeld im Edertal von der Rückkehr in die 3. Liga träumt, ist kein Geheimnis. Aber ist der Aufstieg auch für die Mannschaft ein Thema?

Koch:Vom Trainerteam und den ganzen Strukturen gehört Gensungen auf jeden Fall in die 3. Liga. Bei meinem Wechsel 2015 aus Baunatal habe ich ganz klar gesagt, dass ich das Ziel habe, mit Gensungen und Arnd Kauffeld als Trainer aufzusteigen. Es ist sicher noch ein langer Weg, aber ich will ihn bis zum Ende gehen. Wenn wir als Team so zusammenbleiben und an uns arbeiten, können wir in der 3. Liga bestehen. Auch die Fans unterstützen uns wahnsinnig. Und zwar nicht nur in der Hölle Nord, sondern auch auswärts. Das treibt uns weiter an.

Zur Person 

Christoph Koch (28) wurde am 12. November 1990 in Kassel geboren und lebt in Edermünde-Grifte. Sein älterer Bruder Steffen (30) spielt Fußball beim SC Edermünde und ist dort auch im Vorstand tätig. Christoph Koch reifte bis 2009 in der Jugend seines Heimatvereins RW Körle als Handballer und spielte anschließend für Eintracht Baunatal bis zur 2. Bundesliga. Seit 2015 trägt der abwehrstarke Kreisläufer das Trikot der ESG Gensungen/Felsberg und zählt als Kapitän zu den Leistungsträgern der Edertaler. Seinen Vertrag hat er vor Kurzem bis 2020 verlängert. Der 28-Jährige ist gelernter Werkzeugmechaniker und ledig. 

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