Oberliga-Nachbarduell: Derby-Finale in Gensungen

MarcLauterbach

Gensungen/Vellmar. Nach dem Derby ist für Gensungen/Felsberg vor dem Derby. Sogar eine Art-Derbyfinale, denn der Sieger des Nachbarduells zwischen der heimischen ESG und dem TSV Vellmar (Sa. 19.30 Uhr Kreissporthalle Gensungen) darf sich durchaus als nordhessische Nummer eins in der Handball-Oberliga fühlen.

Nachdem beide Teams die MT Melsungen II im Laufe der Saison zweimal schlagen konnten.

1.Die Bilanz: Absolut ausgeglichen. Sinnbildlich dafür das 34:34 aus dem Hinspiel. Während in der Saison 2013/2014 Vellmar den damaligen Drittliga-Absteiger zweimal schlagen konnte, war‘s in der darauf folgenden Spielzeit umgekehrt.

2.Die Form: „Beide Teams sind gut drauf“, sagt TSV-Trainer Andreas Paul. Und hat recht. Gensungen/Felsberg hat sich nach einer durchwachsenen Hinrunde enorm gesteigert und in der Rückrunde 13:5-Punkte geholt. Die Abläufe im Angriff sind weitgehend automatisiert, die Pass-Sicherheit hat laut Trainer Arnd Kauffeld zugenommen, der auch wieder über mehr personelle Alternativen verfügt. Sein Kollege musste dagegen an einigen Stellschrauben drehen, damit sein Team nach starker Hinrunde auch in der zweiten Saisonhälfte auf Touren kam. Für Paul ein hausgemachtes Problem: „Einige haben geglaubt, dass wir schon durch sind.“ Daran bestand nach 2:10-Punkten plötzlich Zweifel, ehe die Mannschaft ausgerechnet im Derby in Melsungen (29:22) die Kurve bekam. Gegen Kleenheim folgte am letzten Spieltag mit einer bärenstarken Leistung eine Art Befreiungsschlag.

3.Das Personal: Bis auf Mark Potthoff (Bandscheibenvorfall) sind bei der ESG alle Mann an Bord. Vellmar mus auf die verletzten Niklas Becker und Danny Körber verzichten. Die während des Spiels gegen Kleenheim angeschlagen ausgeschiedenen Benjamin Gunkel und Abraham Rochel Icardo konnten danach zwar nicht trainieren, dürften aber im Derby dabei sein.

4.Die Taktik: „Die Entscheidung könnte in der Deckung fallen“, sagt der ESG-Coach. Und weiß, was da auf seine 6:0-Abwehr zukommt. Die bekommt es mit dem wohl wurfgewaltigsten Rückraum der Oberliga zu tun. Also mit dem aktuellen Torschützenkönig Kevin Trogisch (178 Treffer), Linkshänder Gunkel (113) und dem früheren spanischen Nationalspieler Rochel Icardo (92). Auf die gilt es Druck auszuüben und zu überhasteten Abschlüssen zu verleiten, um so den eigenen Tempogegenstoß zu aktivieren. Ein Trumpf könnte dabei erneut Torwart Marc Lauterbach werden, der besonders in Nachbarduellen zur Höchstform aufläuft. Gegner Vellmar hat zwar noch die meisten Gegentore, seit einigen Woche aber seine Defensive stabilisiert. Hauptverantwortlicher: ein neuer Mittelblock mit Petrovszki/Icardo. „Die beiden harmonieren gut miteinander“, erklärt ihr Trainer.

5.Die Perspektive: Gewinnt Gensungen, sind die Edertaler endgültig durch. Und würden den Druck auf Vellmar verstärken. Trotzdem ist das Derby für Paul kein „Endspiel um den Klassenerhalt“. Denn die nötigen „zwei bis vier Punkte“ lassen sich auch noch danach gegen Offenbach und bei Absteiger Kahl/Kleinostheim holen. Das Restprogramm der ESG ist da um einiges schwerer.

Von Ralf Ohm

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