Oberliga: Gensunger Energieleistung nach 14:16-Rückstand - Pregler und Koch „wie im Rausch“

Publikum mit feinem Gespür

Nicht zu bremsen: ESG-Kreisläufer Christoph Koch, der in dieser Szene einen seiner sieben Treffer gegen Wiesbaden erzielt. Foto: Hahn

Gensungen. Als die Not am größten war, erwachte die „Hölle Nord“. Als der bis dahin abgezockte Gast die Partie beim 24:26 (50.) zu drehen drohte, peitschten die Fans des Handball-Oberligisten ESG Gensungen/Felsberg ihre Lieblinge nach vorne. „Bewiesen“, so ESG-Trainer Kauffeld, „ein feines Gespür, der Mannschaft im richtigen Moment den nötigen Impuls zu geben.“ Den die in „positive Energie“ umzusetzen wusste. Und so nach einer wahren Energieleistung gegen die HSG VfR/Eintracht Wiesbaden, mit 6:0-Punkten angereist, noch mit 33:29 (13:12) auf der Siegerstraße einzubiegen.

„Das ist Gensungen. Unsere Zuschauer sind da, wenn wir sie brauchen“, strahlte Max Pregler. Gebraucht wurde auch der Aufbauspieler, der zusammen mit Christoph Koch die Wende der Wende in die Hand nahm. „Beide haben sich in einen wahren Rausch gespielt“, lobte Arnd Kauffeld sein Führungsduo. Attestiert von Spielmacher Benny Hütt, der den Kreisläufer suchte - und immer wieder fand. Dergestalt, dass der Ex-Baunataler durch drei Treffer in Folge für das 27:26 sorgte, ehe Pregler mit seinem neunten Tor den wegweisenden 4:0-Lauf perfekt machte (53.).

Ein weiterer Garant dafür war die sich fulminant steigernde ESG-Deckung. Allen voran der eingewechselte Torwart Wicke, der zuvor einige haltbare Bälle passieren ließ, um dann seinen Kasten fast zuzunageln. So sorgten zwei von Maik Gerhold erfolgreich abgeschlossene Gegenstöße für die endgültige Entscheidung (57.). „Mein Angriff ist eingebrochen“, konstatierte HSG-Trainer André Sikora-Schermuly, zumal bis dahin besonders seine „Halben“ Johannes Schuhmacher und Patrick Pareigis noch regelmäßig getroffen hatten.

Trotzdem schien der Gastgeber die Partie lange Zeit im Griff zu haben. Als der in der Anfangsphase überragende Schlussmann Vincent Robinson entzaubert war, zogen sie über 6:4 auf 8:5 (16.) davon, kamen nach einem kurzen Hänger (9:10) erneut effektvoll zurück, verschenkten aber durch einige vergebene Chancen eine höhere Halbzeitführung.

„Wir haben es uns selbst schwer gemacht“, gestand Christoph Koch, nachdem sich derlei Versäumnisse nach dem Wechsel fast gerächt hätten. Das verhinderte (auch) das begeisterungsfähige Publikum. Das hatte allen Grund, nicht nur ihre Helden, sondern auch sich selbst zu feiern. • ESG: Lauterbach (14 Gegentore/6 Paraden), Wicke (15/8); Bauer 1/1, Rossel 4, Gerhold 2, Balke, Hütt 1, Schmidt, Pregler 9, Otto 2, Schneider 2, Koch 7, Walther 1, Pollmer 4. HSG: Robinson (19/10), Weißbrod (1/0), Kunkel (13/6); Fuhrig 2, Corazolla 3, Seith 4, Schkacher 11/4, Seiwert, Noll, Pareigis 5, Kellner, Stademann 4, Henkelmann, Schubert. SR: Parlak/Schmidt (Maintal). Zeitstrafen: 12:6-Min. Siebenmeter: 2/1:4/4. -Z.: 300. Rote Karte: Seiwert (HSG, 18.)

Von Ralf Ohm

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