Oberliga: Gensungen feiert 31:27-Derbysieg – und entzaubert schließlich auch Teufelskerl Gumula

Rossel macht den Deckel drauf

Durchgestartet: Gensungens Franco Rossel (links) schüttelt den Vellmarer Abraham Rochel Icardo ab und erzielt einen seiner drei Treffer. Foto: Fischer

Vellmar. Wenn ein Derby als richtungsweisendes Spiel durch geht, macht ein Sieg den Sieger so richtig fröhlich. Wie den heimischen Handball-Oberligisten ESG Gensungen/Felsberg. Der hatte beim 31:27 (17:15) in Vellmar nicht nur den Nachbarn erneut in die Schranken gewiesen, sondern auch seinen zarten Aufwärtstrend bestätigt. Und kann nach dem zweiten Sieg in Folge Kurs auf obere Tabellenregionen nehmen.

Die Voraussetzungen – eine Mannschaft, die nach drei Spieltagen noch nicht so recht wusste, wo sie leistungsmäßig stand (Gensungen) sowie ein von drei aufeinanderfolgenden Niederlagen gezeichneter Gegner (Vellmar) – ließen eigentlich ein zurückhaltendes, von Taktik geprägtes Duell erwarten. Ein beiderseitiger Findungsprozess, den sich die Kontrahenten im einzigen Nordhessenduell der Oberliga indes schenkten. Nein, die Partie nahm sofort Fahrt auf.

Mit unterschiedlichen Konzepten. Während die Gasteber ihre Angriffe lange ausspielten und Spielmacher Rochel Icardo (meist erfolgreich) versuchte, Kreisläufer Botte und Kevin Trogisch einzusetzen, bedienten sich die Edertaler konsequent ihrer ersten und zweiten Welle. Da beides klappte, war das Spiel in der ersten Halbzeit völlig ausgeglichen. Natürlich musste Gensungen auch im Positionsangriff ran, fand dabei durchaus brauchbare Lösungen, scheiterte aber mehrfach am glänzend aufgelegten Torhüter Gumula.

Walthers Rückhandtor im Fallen nach Pass seines Schlussmannes Lauterbach zum 8:10 (20.) sorgte für eine umjubelte artistische Einlage, änderte aber nichts an den ausgeglichenen Kräfteverhältnissen. Ausgerechnet in Unterzahl konnte Torjäger Trogisch mit seinem sechsten Treffer zum 13:13 (27.) ausgleichen. Ein kurzes Vergnügen, denn Rechtsaußen Walther, der auch „normale Tore“ drauf hatte, sorgte für eine knappe Gensunger Pausenführung.

Dann folgte die Gumula-Gala, als der Teufelskerl den Gästen gleich vier freie Chancen (darunter ein Otto-Siebenmeter) wegnahm. Statt 15:18 also 16:17, da Danny Körber in Unterzahl der Anschlusstreffer gelang. Trotzdem. Nach 41 Minuten belohnte sich die ESG für ihre immer effektivere Abwehrarbeit, als Jan Pollmer per Tempogegenstoß auf 21:18 erhöhte. Weitere Chancen blieben ungenutzt (natürlich wegen Christian Gumula) – und Vellmar entdeckte nun seinerseits den Tempogegenstoß.

Wenigstens der eingewechselte Tim Schneider hatte den TSV-Torwart „drauf“ – und sorgte mit zwei Treffern zum 20:24 für den Hauch einer Vorentscheidung (48.). Doch die Gastgeber waren (noch) nicht abzuschütteln. Auch nach Pollmers Tempogegenstoß zum 21:26 nicht (51.), den sie mit einem 4:0-Lauf beantworteten. Auf den hatte Franco Rossel nach kurzer Kunstpause auf der Bank die passende Antwort und brach damit den letzten Vellmarer Widerstand. Auch den von Christian Gumula. • Vellmar: Gumula (21 Paraden/31 Gegentore), Becker (n.e.); Amneus Kirkemann, Vukasin 1, Wunderlich 2, Rochel Icardo 2/2, Muth, Hujer, Brückmann, Stumbaum 4, Trogisch 8, Botte 6, Körber 2, Imberger 1. Gens./Felsberg: Lauterbach (8 Paraden/ 26 Gegentore), Mügge (bei einem 7 m, 0/1); Bauer 3/1, Rossel 3, Gerhold 1, Alscher 1, Hütt 2, Schmidt 1,, Otto 2/2, Feuring 4, Schneider 2, Koch, Walther 7, Pollmer 5. SR: Kreß/Tarka. Zuschauer: 600. Siebenmeter: 2/2:5/3. Zeitstrafen: 8:6-Minuten.

Von Ralf Ohm

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