Gensungen/Felsberg: Schneider einer der wenigen Gewinner – beide Derbys gewonnen

Saisonziel wurde klar verfehlt

Tim Schneider

Gensungen. Das Ziel der ESG Gesungen/Felsberg nach der Saison unter den ersten Fünf in der Gesamtsaisonwertung zu sein wurde mit dem erzielten sechsten Platz verfehlt.

Es gab nicht wenige Handball-Enthusiasten im Edertal, die vor der gerade abgeschlossenen Oberliga-Saison vom Aufstieg träumten, was letztlich in eine deutlich vernehmbare Aufbruchstimmung bei der ESG Gensungen/Felsberg mündete. So gesehen war der erreichte sechste Platz natürlich ernüchternd. Die Analyse einer wechselvollen Spielzeit offenbart, warum das Saisonziel - einen Platz unter den ersten Fünf - verpasst wurde.

Saisonverlauf: Nach hoffnungsvollem Beginn (zwei Siege) folgten schnell die ersten Rückschläge. Und spätestens vier Niederlagen am Stück gegen Ende der Hinrunde ließen den Traum von einem Spitzenplatz frühzeitig platzen.

Knackpunkt: In Kahl hatten sie gewonnen und auch gegen Mitfavorit Hanau - da konnte Aufsteiger Griesheim am dritten Spieltag eigentlich kein Stolperstein sein. Wurde er aber, weil die ESG ihr Potential nicht abrufen konnte. „Uns fehlte die Souveränität“, sagte Trainer Kauffeld nach der Niederlage. Die letztlich „symptomatisch“ war für weitere und enthüllte, dass die Gensunger nicht das erhoffte Spitzenteam waren.

Tiefpunkt: Nach dem 30:32 gegen Dutenhofen/Münchholzhausen II wurden sie sogar nach unten durchgereicht - und Trainer Kauffeld redete Tacheles. Zeigte jedem einzelnen seine individuellen Schwächen auf und darüberhinaus die Notwendigkeit, im Training und in der Vorbereitung mehr zu investieren. Das war „schmerzhaft“ - und wirkte. Genauso wie der endgültige Abschied vom Saisonziel.

Durchstarter: Besonders Tim Schneider nahm sich die Worte seines Coaches zu Herzen, legte athletisch kräftig zu und avancierte zu einem Leistungs- und Hoffnungsträger. Weil der Linkshänder endlich seine Stärken im Abschluss ausspielte und speziell in der zweiten Welle nicht zu halten war. Gute Ansätze zeigte auch Franco Rossel. An mehr hinderten den zweiten Youngster im ESG-Rückraum langwierige Verletzungen.

Schwachpunkte: Vier Heimniederlagen waren alles andere als spitzenteamwürdig. Und wurmten Arnd Kauffeld, zu dessen Kreisläuferzeiten die Hölle Nord noch ihrem Ruf gerecht wurde. Allerdings waren einige Schlappen der angespannten Personalsituation geschuldet. Besonders im Rückraum klemmte es aufgrund von Verletzungen (Pregler, Rossel), eines beruflich arg eingespannten Jens Wiegräfe und des vorzeitigen Abgangs von Sven Vogel. Der hatte bei den Edertalern für die nächste Saison zugesagt, um dann beim Nachbarn Baunatal anzuheuern.

Glanzpunkte: Trotz Formschwankungen blitzte die alte Gensunger Herrlichkeit immer mal wieder auf. Wie beim 32:28 gegen Hanau, eine von nur zwei Schlappen des späteren Meisters. Oder die 29:30 Niederlage beim Vize-Meister Bruchköbel, wo die ESG die bessere Mannschaft war, aber in der Schlussphase verschaukelt wurde.

Derbysieger: Sie hatten nichts von ihrem Reiz verloren, die Duelle der ESG mit Nachbar Melsungen, auch wenn es sich bei dem gegen die Bundesliga-Reserve nur um das „kleine“ Derby handelte. Beide Partien waren ausverkauft, beide gewann Gensungen, was zumindest in der Melsunger Stadtsporthalle eine (kleine) Überraschung war.

Perspektive: Es wird einen kleinen Umbruch geben. Weil mit Marvin Gabriel und Sven Vogel zwei (vermeintliche) Leistungsträger gehen und mit Vince Schmidt, Jan-Hendrik Otto, Mike Gerhold und Joshua Röse vier Nachwuchskräfte kommen. Mark Potthoff ist der neue Hoffnungsträger im rechten Rückraum. „Wir müssen nächste Saison sicherlich kleinere Brötchen backen“, weiß Arnd Kauffeld. In der Hoffnung, dass es ihm mittelfristig gelingt, um das Quartett Rossel-Schneider-Koch-Pregler ein Team zu formen, das wirklich mal angreifen kann. Fotos: nh

Von Ralf Ohm

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