Oberliga: MT II lässt Wettenberg beim 37:30 keine Chance

Schanze in Torlaune

Nimmt mal wieder erfolgreich Maß: MT-Torjäger Mario Schanze (MT). Archivfoto: Hahn/nh

Melsungen. „Ich hab‘s vergeigt“, sagte Mario Schanze, Rückraumspieler der MT Melsungen II. Und offenbarte ein verschmitztes Lächeln dabei statt ob solch‘ massiver Selbstkritik finster drein zu blicken. Denn natürlich war sie nicht ernst gemeint. Bezog sich allein auf einen Lapsus, der noch nicht einmal als Schönheitsfehler einer herausragenden Leistung durchging. Auf einen von ihm verworfenen Siebenmeter in der Schlussphase nämlich, nachdem der 32-Jährige zuvor sechs mal absolut sicher vom Punkt eingelocht hatte. Und sich damit um seinen 20. Treffer brachte. Seine letztlich erzielten 19 waren der Grundstein zum 37:30 (18:11)-Erfolg über die HSG Wettenberg, mit dem sich der heimische Handball-Oberligist bereits vier Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt sicherte.

Besonders in der ersten Hälfte traf der Torjäger, wie er wollte. Und war damit ein dankbarer Abnehmer für die Pässe von Cornelius Feuring, der wegen der Personalnot - Spielmacher Gisbrecht gesperrt und die A-Jugendlichen zuvor gegen Gummersbach im Einsatz - auf der Mittelposition ran musste. Der Linkshänder, der sonst eher auf der rechten Angriffsseite zuhause ist. „Das war okay“, beurteilte der Rückraumspieler sein Spielmacherdebüt, das ihm durch die Treffsicherheit seines Nebenmannes erleichtert wurde.

Nicht nur mit dieser Personalentscheidung lag Georgi Sviridenko richtig. Auch die Präferenz der 6:0-Deckung, für die der MT-Coach immerhin „Indianer“ Alexander Bärthel opferte, war wegweisend. Einmal justiert - beim 8:6 für die Gäste nach 13 Minuten - klappte sie hervorragend. Marius Paske und Matthias Knienast im Mittelblock interpretierten die eher defensive Abwehrvariante so offensiv, dass der Gegner ständig zu Fehlern gezwungen wurde. Und der stark beginnende Johannes Wingefeld seine Torproduktion einstellte, wozu auch der frühe, verletzungsbedingte Ausfall seines Spielmachers Lennart Lauber (Gehirnerschütterung) beitrug. Und die Paraden des eingewechselten Fabian Meyfarth.

Beim 14:10 (23.) war die Wende geschafft, beim 22:12 (36.) die frühe Vorentscheidung, so dass auch Paskes Rote Karte nach drei Zeitstrafen (41.) nicht ins Gewicht fiel. Zumal mittlerweile auch Jannis Kothe und Petr Hruby ihre Abschlussqualitäten unter Beweis stellten. So fiel dann Schanzes verworfener Siebenmeter wirklich nicht ins Gewicht. • MT II: Maurice Paske (4 Paraden/8 Gegentore), Meyfarth 15/22); Kienast 3, Hruby 4, Marius Paske 1, Bärthel, Schanze 19/6, Feuring 3, Lanatowitz 1, Kothe 5, Petersen 1. Wettenberg: Dellner (9/23), Schneider (5/14); N. Puhl 4/1, Olbert 2, S. Puhl 3, Schneider 1, Schleenbecker 8, Wingefeld 9, Kneissl 3. SR: Hoffelner/Krell. - Z: 125. Zeitstrafen: 8:2-Minuten. Siebenmeter: 6/7:2/1.

Von Ralf Ohm

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