Schon wieder verzagt

Ralf Ohm über Talfahrt der ESG Gensungen/Felsberg in der Handball-Oberliga

Nein, die Oberliga und die ESG Gensungen/Felsberg werden nicht warm miteinander. Seit dem Abstieg aus der 3. Liga schlagen sich die Edertaler mehr schlecht als recht in der Viertklassigkeit, können weder ihrem Ruf - erworben in glorreichen Zweitliga-Zeiten - noch den Erwartungen der treuen Fans gerecht werden.

Auch in der laufenden Spielzeit nicht. Das ist umso enttäuschender, als die namhaften Verstärkungen etwas anderes verhießen. „Oben mitspielen“ wollten sie, die Gensunger, im Umfeld machten sich gar Aufstiegshoffnungen breit. Doch die Mannschaft hat diese Aufbruchstimmung nicht genutzt, ist nach passablen Start durchgereicht worden. Was durchaus fahrlässig ist. Aus tabellarischen Gründen, aber auch weil die Leidensfähigkeit der bekannt leidensfähigen Gensunger Fans ihre Grenzen hat. Und sie sich irgendwann mal (nebst Sponsoren) abwenden.

Natürlich ist die Oberliga in der laufenden Saison so ausgeglichen wie noch nie, doch das hätte von den Kauffeld-Schützlingen auch als Chance begriffen werden können. Und „oben mitspielen“ heißt ja nicht gleich aufsteigen, womit von übergroßem Druck keine Rede sein kann.

Nein, die Gründe für die erneute Talfahrt mit nachgebesserten Personal sind struktureller Natur. Es fehlt nach wie vor an einer klaren Hierarchie im Team mit einer echten Leitfigur. An Typen, ähnlich leidensfähig wie die Fans. An einem Zukunftskonzept, wohin der Club mittelfristig will (und muss), dem sich die Spieler mit der dafür notwendigen Trainingsintensität und Mentalität unter zu ordnen hätten. Ein Ende der Wohlfühloase Edertal also, dem erneut eine verschenkte Saison (oder Schlimmeres) droht.

ohm@hna.de

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