Selbst Kauffeld platzt der Kragen

Gensungen/Felsberg hadert nach 25:27 gegen Kirchzell mit Schiedsrichtern

Doppelt bitter: Spielmacher Benedikt Hütt unterlag mit Gensungen/Felsberg und ist zu allem Überfluss am Knie verletzt. 
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Doppelt bitter: Spielmacher Benedikt Hütt unterlag mit Gensungen/Felsberg und ist zu allem Überfluss am Knie verletzt. 

Gensungen. „Wir sind selbst schuld“, sagt Christoph Koch. „Wir hatten es selbst in der Hand“, meint Jan-Hendrik Walther. „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, glaubt Franco Rossel. 

Als die drei Handballer des Oberligisten ESG Gensungen/Felsberg gefragt werden, ob auch die Herren Alexander Ernst und Maximilian Henkel aus Idstein beziehungsweise Rüsselsheim im Punktspiel gegen den TV Kirchzell zur 25:27 (14:13)-Niederlage beigetragen hätten, streichen die drei ESG-Akteure das Wort Schiedsrichter aus ihrem Sprachgebrauch und verdienen sich damit einen Fairnesspreis.

Denn die ESG wurde in der heimischen Kreissporthalle vom Schiri-Gespann klar benachteiligt. Dabei hieß die Halle einst auch deshalb Hölle Nord, weil die Unparteiischen in den Schlussphasen spannender Spiele so pfiffen, wie sich die Fans das vorstellten. Nämlich zu Gunsten der Heimmannschaft.

Diesmal aber bleiben die Pfeifen stumm, als Kirchzeller Spieler im eigenen Kreis spazieren gehen, um ESG-Angriffe zu stoppen. Und wenn es um die brisanten Entscheidungen geht, ob ein Stürmerfoul vorliegt, oder der Abwehrspieler unfair eingegriffen hat, entscheiden Ernst und Henkel stets zu Ungunsten der Heimmannschaft.

Das passiert so häufig, dass selbst einem Mann der Kragen platzt, der sich eigentlich nie kritisch mit den Leistungen der Unparteiischen auseinandersetzt. Trainer Arnd Kauffeld sagt: „Die Schiedsrichter haben dieses Spiel verpfiffen.“

Aber es lag natürlich nicht nur an dem Schiri-Duo, dass die ESG weiterhin auf den ersten Sieg in diesem Jahr wartet. Mitentscheidend war nämlich auch, dass die Unterfranken im Rückraum mit Maximilian Gläser, Jonas Wuth und Josip Punda besser besetzt waren als die Nordhessen mit Vince Schmidt, Benedikt Hütt und Franco Rossel. Bei vielen Angriffen macht sich negativ bemerkbar, dass die ESG derzeit ohne einen Linkshänder im Rückraum auskommen muss, obwohl sich Schmidt auf der für einen Rechtshänder schwer zu spielenden Position im rechten Rückraum immer wieder annehmbar aus der Affäre zieht.

Mit einem Linkshänder auf halbrechts sowie mit Hütt und Rossel in Bestform hätte die ESG vermutlich die größte Schwäche der Gäste zu einem Sieg genutzt. Denn Kirchzell spielte – wie es Trainer Andreas Kunz formulierte – „ohne Torhüter“. Tobias Jörg und Niklas Eul waren insgesamt nur fünfmal am Ball und damit klar schwächer als die beiden ESG-Keeper Marc Lauterbach und Marian Mügge, die insgesamt elf Würfe parierten.

Trotz der ESG-Probleme im Rückraum, die in der kommenden Woche wegen Hütts Knieverletzung nicht geringer werden, war die Partie spannend bis zum Schluss. Nur beim 3:0 für die Gäste in der vierten Minute hatte sich eine der beiden Mannschaften klar abgesetzt. Ansonsten ging es bei oft wechselnden Führungen stets knapp zu. • ESG: Lauterbach (1. - 46./9 Paraden), Mügge (46. - 60./2) - Bauer (4), Rossel (3), Alscher, Hütt (2), Schmidt (3), Otto (1/1), Schanze, Rohde (3), Koch (4), Walther (5). TV: Jörg (1. - 14. und 45. - 60./2), Eul (14. - 45./3) - Kiss (1), Polixenidis (2), Wuth (5/1), Gläser (7/1), Tim Häufglöckner (2), David (1), Punda (2), Lukas Häufglöckner (5), Heinrich, Schnabel (2), Horak. SR: Ernst/Henkel (Idstein/Rüsselsheim). Z: 400. Strafminuten: ESG: 6 - TV: 4

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