Oberliga-Hit: ESG sinnt gegen HSG Kleenheim auf Revanche – Chance für Otto

Spitzenspiel in Gensungen

So könnt‘s gelingen: Gensungens Kreisläufer Christoph Koch entwischt Kleenheims Spielmacher Dennis Köhler (links). Foto: Hahn

Gensungen/Kleenheim. Das hat es in der Gensunger Kreissporthalle schon lange nicht gegeben: Die Fans des heimischen Handball-Oberligisten kommen in den Genuss eines echten Spitzenspiels, wenn die ESG Gensungen/Felsberg als Vierter Tabellenführer HSG Kleenheim (Sa. 19.30 Uhr) zu Gast hat.

1.Die Bilanz: Nach vier gemeinsamen Oberliga-Jahren hat Kleenheim mit 5:3-Siege die Nase vorn und war auch in der Endabrechnung als Dritter (Saison 2016/2017, ESG Sechster), Vierter (2015/2016, ESG Sechster), Vierter (2014/2015, ESG Achter) und Zweiter (2013/2014, ESG Achter) jeweils vor den Edertalern platziert. Dessen ungeachtet lieferten sich die beiden Rivalen stets enge und leidenschaftliche geführte Duelle. Bei der letzten 26:27-Heimniederlage der Gensunger gegen die Südhessen entpuppte sich ein während des Spiels vom Kampfgericht nicht notiertes Gensunger Tor als spielentscheidend.

2.Die Form: Beiderseits richtig gut. Kleenheim gewann von neun Spielen acht und dazu die letzten sechs in Folge (nach der bisher einzigen Saisonniederlage bei der HSG Wettenberg). Gensungen/Felsberg hat nach einem Fehlstart von 0:4-Punkten in die Spur gefunden. „Wir sind im Rhythmus, die Spieler glauben an sich und wir sind cooler geworden“, beschreibt ESG-Trainer Kauffeld die Fortschritte im kollektiven Bereich. Individuell fallen besonders die Leistunssteigerungen der Rückraumspieler Benedikt Hütt und Franco Rossel ins Auge.

3.Das Personal: Während die Gäste in Bestbesetzung anreisen, treten die Edertaler „ohne Drei“ an: Mit den Linkshändern Cornelius Feuring und Tim Schneider sowie Vince Schmidt fallen drei Rückraumspieler verletzt aus. Fit und seit Wochen in Hochform sind die beiden, mutmaßlich besten Torhüter der Oberliga Hessen: Jens Elsner auf Kleenheimer und Marc Lauterbach auf Gensunger Seite. Beide bestechen auch durch ihre punktgenauen Tempogegenstoßpässe („Harpunen“). „Das Torwart-Duell könnte das Spiel entscheiden“, sagt HSG-Trainer Wohlrab.

4.Die Taktik: Die Gensunger 6:0-Deckung muss sich auf die derzeit gefährlichste Flügelzange der Liga (Fabian Höpfner und David Straßheim führen mit 81 bzw. 73 Toren die Torschützenliste an und erzielten mehr als die Hälfte aller Kleenheimer Treffer) und einen äußerst abgezockten Rückraum, gelenkt vom umsichtigen Spielmacher Dennis Köhler, einstellen. „Die wissen in jeder Situation, was zu tun ist“, weiß Arnd Kauffeld, der im Angriff den Ausfall seiner zwei Linkshänder im rechten Rückraum zu kompensieren hat. Eine Chance für Jan Hendrik Otto, der sich auf einmal ins Rampenlicht spielen könnte. Ansonsten könnte Franco Rossel, auf der linken Seite ersetzt von Dave Alscher oder Christian Rohde, nach rechts ausweichen. Die dritte Option wäre der Rückgriff auf zwei Kreisläufer (Christoph Koch und Mike Gerhold).

5.Die Perspektive: Gewinnt Kleenheim, avanciert die Mannschaft (derzeit 16:2-Punkte) wohl endgültig zum Aufstiegskandidaten Nummer eins. Gewinnt Gensungen (12:6-Punkte), wird‘s an der Spitze wieder richtig spannend. Nach vier mageren Jahren genießen die Edertaler diese besondere Ausgangsposition. Verbunden mit dem Anspruch, sich für die Heimniederlage der letzten Saison zu revanchieren. „Kleenheim ist mal wieder fällig“, sagt Rückraumpieler Franco Rossel. Aber auch, „dass wir, um diese Mannschaft zu schlagen, unsere beste Leistung abrufen müssen.“ Wenn das gelingt, könnten in dieser Spielzeit noch weitere Spitzenspiele in der Gensunger Kreissporthalle folgen.

Von Ralf Ohm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.