Oberliga: Gensungen/Felsberg zittert sich gegen Münster zum 27:26 – Rückraum kommt nicht auf Touren

Stephan Wicke hält „dreckigen Sieg“ fest

Und wieder eine Parade: Gensungen/Felsbergs Torhüter Stephan Wicke brachte nicht nur Jonas Ulshöfer zur Verzweiflung. Foto: Hahn

Gensungen. Wäre Stephan Wicke am Samstag mit dem falschen Bein zuerst aufgestanden, die Weihnachtsfeier von Handball-Oberligist ESG Gensungen/Felsberg hätte nicht so gut begonnen. Denn es war der Torhüter, der den 28:27 (15:13)-Sieg vor 200 Zuschauern gegen die TSG Münster in der Gensunger Kreissporthalle festhielt.

Seit Wochen ist Wicke in überragender Form und krönte seine Leistung im letzten Heimspiel des Jahres. 26 Bälle, darunter drei Siebenmeter, wurden die Beute des Schlussmanns, den jetzt vielleicht alle nur noch „die Wand“ rufen. „Ohne Stephan hätten wir heute verloren“, sagte Benny Hütt, der verletzt zuschauen musste.

Der Rückraumspieler sah einen guten Start seiner Mannschaft, die sich in der ersten Hälfte allerdings nie entscheidend absetzte. Problematisch war der Rückraum. Spielmacher Marvin Gabriel wurde geschickt aus dem Spiel genommen („Münster hat das taktisch perfekt gelöst“, sagte Trainer Kauffeld), Franco Rossel warf den gegnerischen Torhüter warm und Max Pregler sorgte zwar für einige Tore, leistete sich aber auch viele Abspielfehler. So waren es vor allem die Außen, die über Gegenstöße für die 15:13-Halbzeitführung sorgten.

Nach der Pause lief es besser für den Gastgeber, auch weil Kreisläufer Christoph Koch jetzt mehr Raum zur Verfügung hatte. Die Folge: Die ESG setzte sich auf 20:15 ab. „Ich hätte nicht gedacht, dass es dann noch mal knapp wird“, bekannte Arnd Kauffeld.

Doch es sollte noch mal dramatisch werden. Durch eine zu durchsichtige Spielweise im Positionsangriff kam Münster zu vielen Ballgewinnen. Zudem lief Spielmacher Jonas Ulshöfer, der beste Mann auf dem Platz, zu Hochform auf. Er traf nach Belieben und setzte auch seine Mitspieler klug ein. Einmal glich die TSG aus, ansonsten lagen die Edertaler meist mit einem Tor in Führung. Und sicherten sich in der hektischen Schlussphase in Unterzahl den Sieg, weil Wicke auch den letzten Ball abwehrte.

„Es war ein dreckiger Sieg“, bekannte Kauffeld. Sein Gegenüber Thomas Zeitz meinte: „Nie war es so einfach, in Gensungen zu gewinnen. In einigen Situationen waren wir aber zu dämlich.“ Und der Matchwinner? „Ich weiß auch nicht, warum es gerade so gut läuft. Ich habe gar nichts geändert“, sagte Wicke und ließ sich feiern. • ESG: Wicke (27 Gegentore, 26 Paraden), Lauterbach (n.e.) - Bauer 5, Rossel 2, Vogel 3, Pregler 4, Gabriel 5/4, Wiegräfe 1, Koch 6, Walther 2, Pollmer. HSG: Kunz (25/13), Steen (3/2)- Dobhan, Reindl 2, Storck 1, Schwarz 3/1, Ulshöfer 9/2, Frieman 4, Dautermann 2, Ikenmeyer 2, Katzer, Schuster 4. SR: Parlak/Schmidt. - Z.: 200. Siebenmeter: 7/5:5/3. Zeitstrafen: 8:8-Minuten.

Von Daniel Schneider

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