Oberliga: MT II dreht nach der Pause auf und feiert ungefährdeten 35:23-Erfolg gegen Kahl/Kleinostheim

Sviridenkos Ansprache fruchtete

Nach dem Wechsel nicht zu halten: Melsungens Merlin Kothe (l.), der hier Jens Berberich (HSG) stehen lässt und einen seiner sieben Treffer erzielt. Foto: Hahn

Melsungen. Nein, über die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte wollte Georgi Sviridenko nichts sagen. „Kein Kommentar“, lautete sein Kommentar, immer noch verärgert darüber, „dass wir uns vom Gegner haben einschläfern lassen.“ Nur gut, dass der Trainer der MT Melsungen II mit seinen Schützlingen in der Pause darüber sprach. „Durchaus etwas lauter“, wie der 53-jährige Weißrusse durchblicken ließ. Mit dem Effekt, dass der heimische Handball-Oberligist nach dem Wechsel so richtig Gas gab und einen letztlich ungefährdeten 35:23 (14:13)-Erfolg gegen die HSG Kahl/Kleinostheim landete.

Stein des Anstoßes in Sviridenkos Gardinenpredigt: Wie konnte sich seine Mannschaft nach 20 Minuten ein Spiel aus der Hand nehmen lassen, das sie zuvor eindeutig kontrolliert hatte? Bis zum 9:4 (18.) war die Gäste-Offensive dank Bärthels Sonderbewachung für Linkshänder Bardina allenfalls ein laues Lüftchen gewesen, traf Petr Hruby im Zusammenspiel mit Mario Schanze, wie er wollte, offenbarte die Bundesliga-Reserve einfach viel mehr Optionen im Angriff. Der sich dann auf einmal dem Tempo des Gegners anpasste, während die eigene Defensive vom eingewechselten Fabian Roth kalt erwischt wurde, der seine Mannschaft bis zur Pause wieder auf ein Tor heranführte.

Und nach 36 Minuten in Unterzahl nochmal auf 20:18 verkürzte, ehe die Ansprache des Melsunger Coaches so richtig fruchtete. Torwart Fabian Meyfarth hielt einen Ball nach dem anderen, was seine Vorderleute ihm mit gelungenen Abschlüssen dankten. „Wir haben schneller gespielt und dadurch die Abwehr der Gäste auseinander gerissen“, beschrieb Merlin Kothe das Erfolgsrezept. Der Youngster drehte genau wie sein Rückraumkollege Cornelius Feuring mächtig auf und bestach zudem durch seine unwiderstehlichen Tempogegenstöße.

Sein Treffer zum 25:19 (47.) bedeutete bereits die Vorentscheidung, zumal das Schlusslicht auch noch den verletzungsbedingten Ausfall ihres Kreisläufers Hannes Geist westecken musste. „Uns hat die mentale Kraft gefehlt, noch einmal aufzustehen“, bekannte HSG-Trainer Frantisek Fabian. Sein Kollege war mittlerweile besänftigt. „Wir machten Fortschritte“, kommentierte er den dritten Saisonsieg. Und meinte, natürlich, die zweite Halbzeit. • MT II: Paske (11 Gegentore/2 Paraden), Meyfarth (ab 27., 12/12); Kienast, Weiß 1, Hruby 9, Bärthel 2, M. Kothe 7, Schanze 6/3, Feuring 5, Golla 1, Gisbrecht, J. Kothe 1, Petersen 3. Kahl/Kl.: Burdag (12/5), Hartig (23/12, 18.-55.); Wienand 3, Emge, Bardina 1, Gündling, Schnellbacher 3, Roth 9/3, Berberich 2, Baier, Geist 5, Naß. SR: Kerth/Knodt. Siebenmeter: 3/3:5/3. Zeitstrafen: 2:6-Minuten.

Von Ralf Ohm

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