Oberliga-Derby: Benedikt Hütt führt Gensungen zu 28:21-Erfolg über Nachbar MT II

Überraschend klare Sache

Durchgesetzt: In dieser Szene kann Melsungens Petr Hruby (l.) Gensungens Christoph Koch mal abschütteln. Fotos (2): Hahn

Gensungen. Ein Derby hat seine eigenen Gesetze, heißt es. Das klingt, weil oft wiederholt, schon recht abgegriffen. Und ist auch empirisch kaum nachweisbar. Schon eher, dass solche Spiele ob ihrer besonderen Vorzeichen durchaus einen höheren Überraschungsfaktor haben. Selbst der kam beim 28:21 (15:9)-Erfolg der ESG Gensungen/Felsberg gegen die MT Melsungen II nicht zur Geltung, weil sich im Duell der heimischen Oberliga-Rivalen der Favorit durchsetzte.

Überraschend waren vor ausverkauftem Haus allein die fast über 60 Minuten eindeutigen Kräfteverhältnisse, die sich im Vorfeld des Derbys aufgrund des Fabelstarts der einen (MT) und der Findungsprobleme der anderen Mannschaft (ESG) durchaus angeglichen hatten. „Wir haben das richtig gut gemacht“, freute sich Trainer Kauffeld über eine erhebliche Leistungssteigerung seiner Schützlinge, von der auch der merkwürdig gehemmte Gast beeindruckt schien. Besonders ihr Angriff, der gegen die starke 6:0-Deckung des Gegners kein Land sah.

Gäste gehemmt

„Jeder hat gebrannt und war hoch konzentriert“, beschrieb Rückraumspieler Max Pregler das mentale Erfolgsgeheimnis seiner Mannschaft. Und als dann bei seinem Ex-Club auch noch Linkshänder Jannis Kothe verletzt ausfiel (9.), war‘s um die Offensive der Bartenwetzer völlig geschehen. „Uns fehlte der Druck aus dem Rückraum“, klagte Georgi Sviridenko. Der MT-Coach konnte sich quasi nur noch auf seine Routine-Achse Schanze/Hruby verlassen - zu wenig, um zu verhindern, dass die Edertaler über 8:4 (16.), 11:7 (22.) zur Pause auf 15:9) davon zogen.

Und dabei von fast allen Positionen Torgefahr ausstrahlten, weil sie sich hervorragend auf die 5:1-Deckung des Nachbarn eingestellt hatten. Für Regisseur Marvin Gabriel, den Alexander Bärthel phasenweise komplett rausnahm, sprang Benedikt Hütt effektvoll in die Bresche. „Ich hatte Platz und konnte das besonders vor der Pause gut nutzen“, sah sich der quirlige Rückraumspieler in seinem Element. Als Torschütze und Strippenzieher, wovon besonders Rechtsaußen Sven Vogel und Kreisläufer Christoph Koch profitierten. Als der nach dem Wechsel zusammen mit Jens Wiegräfe dann auch noch Petr Hruby mehr und mehr in den Griff bekam, war‘s um den Außenseiter spätestens nach 49 Minuten, als Marvin Gabriel in Unterzahl auf 23:16 erhöhte, geschehen.

Der rappelte sich dank Johannes Golla zwar nochmal auf (57., 24:21), doch nach einer Auszeit von Arnd Kauffeld schuf dessen Mannschaft dann endgültig Fakten. In Form eines Sieges, der von den Gensunger Fans schon vor dem Schlusspfiff ausgiebig besungen wurde („Oh, wie ist das schön“). In einer Mischung aus Erleichterung und einem Hauch von Überraschung, dass das Derby eine solch‘ klare Sache war. Für ihre Mannschaft. • Gensungen: Lauterbach (20 Gegentore/16 Paraden), Wicke (1/0); Rossel 1, Balke, Hütt 5, Vogel 5, Pregler 4/2, Gabriel 4/2, Wiegräfe 2, Schneider, Koch 4, Walther, Pollmer 3. Melsungen: Paske (20/7), Meyfarth (ab 45., 8/3); Kienast, Weiß 1, Hruby 5, Bärthel 3, M. Kothe 2, Schanze 3/3, Golla 4, Gisbrecht, Ploch, J. Kothe 1, Petersen 2. SR: Budde/Ehlert. - Z.: 800. Siebenmeter: 5/4:3/3. Zeitstrafen: 6:8-Minuten.

Von Ralf Ohm

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