Handball-Oberliga: Gensungen und Vellmar vor direktem Duell unter Druck

Ein wegweisendes Derby

Ein Duell mit vorentscheidendem Charakter: Gensungens Kreisläufer Christoph Koch (r.) gegen Vellmars Strategen Abraham Rochel Icardo. Foto: Hahn

vellmar/Gensungen. Man kennt sich, keine Frage. Sogar richtig gut. Gensungens Christoph Koch spielte einst mit Vellmars Christian Gumula zusammen (bei Eintracht Baunatal), Jan-Hendrik Otto mit Marc Imberger (beim TSV Ost-Mosheim) und Tim Schneider bzw. Cornelius Feuring mit Finn Hujer in der damaligen Baunataler Bundesliga-A-Jugend. Außerdem warf Kevin Trogisch von 2011 bis 2015 seine Tore für die ESG, ehe er zum TSV wechselte. Am Sonntag gibt‘s ein Wiedersehen. Im Nordhessen-Derby der Handball-Oberliga zwischen dem TSV Vellmar und der ESG Gensungen/Felsberg nämlich (So. 18 Uhr Großsporthalle Vellmar), das nicht nur wegen derlei personeller Überschneidungen hochbrisant ist.

Denn: Beide Mannschaften stehen nach bescheidenem Start unter Druck, wobei ESG-Trainer Arnd Kauffeld den aktuellen Leistungsstand der Edertaler nach zwei Siegen und einer Niederlage noch nicht so recht einschätzen kann. Es fehlt der Rhythmus angesichts eines verspäteten Saisonbeginns und es mangelt an Konstanz über 60 Minuten.

Immerhin: „Die Form ist ansteigend.“ Etwa die von Spielmacher Benedikt Hütt, der beim 31:28 gegen Hünfeld in der Schlussphase entschlossen die Initiative übernahm. Oder auch beim Torwartduo Mügge/Lauterbach, das ebenfalls zu den Matchwinnern beim ersten Saisonsieg zählte.

Ein „Knotenlöser“, wie Arnd Kauffeld hofft? Zumindest ein ausbaufähiger Anfang. „Wir müssen aus dem kleinen Feuer, das da gegen Hünfeld loderte, in Vellmar ein Feuerwerk machen“, erläutert Schlussmann Marc Lauterbach den Steigerungsbedarf seiner Mannschaft fürs Nachbarduell. Etwa bei Rückraumspieler Franco Rossel, der seine starke Form der Vorbereitung noch nicht wieder erreicht hat.

Die größte Baustelle der Gastgeber ist die Abwehr, die in vier Spielen so viele Gegentore kassierte (142) wie keine andere. Für TSV-Trainer Paul nicht verwunderlich angesichts des Verlustes von vier Leistungsträgern (Peter Petrovski, Benjamin Gunkel, Jannik Steiner und Danny Körber), die insbesondere in der eigenen 6:0-Deckung schmerzlich vermisst werden: „Das haben wir noch nicht kompensiert.“ Dafür trifft sein Angriff wie eh und je, läuft einen Tempogegenstoß nach dem anderen, wobei insbesondere Lance-Phil Stumbaum nicht zu halten ist.

Auch dank Kevin Trogisch, der bereits wieder bei 30 Treffern angelangt ist. Der Ex-Gensunger sieht die Gäste zwar „in der Breite besser aufgestellt als uns“, glaubt aber trotzdem an die Vellmarer Derbychancen: „Wenn wir Gensungen unter 30 Tore halten.“

Den Rest will der 24-Jährige zusammen mit dem bärenstarken Rückraum um den Spanier Abraham Rochel Icardo sowie Daniel Botte am Kreis selbst besorgen, wobei der 24-Jährige durch den Ausfall von Robin Kiebach evtl. als einziger verbliebener Linkshänder auf Rechtsaußen ran muss. Bei seiner Zeit in Gensungen war das eher die Ausnahme. Trotzdem werden ihn seine ehemaligen Teamkameraden, in diesem Fall speziell Jan Pollmer oder Hannes Bauer, sicherlich nicht aus den Augen lassen.

Von Ralf Ohm

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