MT-Kreisläufer Petr Hruby vor Oberliga-Derby gegen Gensungen im HNA-Interview

„Wir müssen heißer sein“

Ein gewohntes Bild: MT-Kreisläufer Petr Hruby (Mitte) muss es mit zwei Gegenspielern aufnehmen, hier mit den Wiesbadenern (v.l.) Lars Kretschmann und Johannes Schuhmacher. Am Samstag bekommt er es im Derby mit Gensungens Abwehr zu tun. Foto: Kasiewicz

melsungen. Auch für Petr Hruby ist es „das wichtigste Spiel des Jahres“ und mit dem hat der einstige Weltklasse-Kreisläufer schon reichlich Erfahrung gemacht. Mit dem prestigeträchtigen Nachbarduell der MT Melsungen gegen die ESG Gensungen/Felsberg nämlich. Nach acht Aufeinandertreffen in der 2. Liga und einem in der Oberliga steht für den 35-Jährigen am Samstag im Heimspiel der MT II gegen die Edertaler (Sa. 20 Uhr Stadsporthalle Melsungen) schon der zehnte Vergleich auf dem Programm, in dem der Tscheche auf Revanche für die 21:28-Hinspielniederlage hofft.

Welche Erinnerung haben Sie an den 16. April 2005?

Petr Hruby: Das muss das letzte Zweitliga-Spiel in Gensungen gewesen sein. So genau erinnere ich mich nicht mehr daran, außer dass Max Pregler zu mir sagte: Egal wo wir stehen, diese Spiel müssen wir gewinnen. Das haben wir geschafft. Und zwar in einer proppenvollen Halle mit einer Atmosphäre, die kaum heißer hätte sein können.

Und was fällt Ihnen zum 10. Oktober 2015 ein?

Hruby: Das Hinspiel in Gensungen habe ich natürlich noch sehr gut im Gedächtnis. Da haben wir schlecht gespielt und verdient verloren. An diesem Tag war Gensungen einfach besser.

Was lief schief, was wollen Sie und Ihre Mannschaft diesmal besser machen?

Hruby: Wir müssen heißer und aggressiver sein. Und dafür wird auch unser Publikum sorgen gerade bei unseren jungen Spielern, die im Hinspiel doch ziemlich gehemmt waren. Bei zwei Mannschaften auf Augenhöhe spielt der Heimvorteil eine große Rolle.

Die Atmosphäre war für Oberliga-Verhältnisse schon beeindruckend. Trotzdem: Reicht das kleine Derby an das große heran?

Hruby: Auf dem Spielfeld ist das vergleichbar, denn für jeden Spieler ist es das wichtigste Spiel des Jahres. Das Umfeld war zu Zweitliga-Zeiten noch etwas extremer. Da gab es schon zwei Wochen vor dem Derby kein anderes Thema mehr. Und allein die Anreise war fast schon die Hölle.

Was erwartet die Mannschaften in der Melsunger Stadtsporthalle?

Hruby: Eine volle Halle, also mindestens 800 Zuschauer. Eine prächtige Stimmung mit einem leichten Übergewicht unserer Fans, wofür allein schon unsere Trommler sorgen werden. Und nach dem Spiel gibt‘s eine zünftige Party.

Sie waren einer der Aufstiegsgaranten und sind mit bisher 76 Toren einer der Garanten des angepeilten Klassenerhalts. Das alles ist Ihrer Rückkehr zur MT 2011 zu verdanken. Wie schwer ist es dem damaligen 85-fachen tschechischen Nationalspieler gefallen, in den Niederungen der Bezirksoberliga auf Torejagd zu gehen?

Hruby: Das war schon okay so, denn ich hatte Knieprobleme und musste mich bremsen. Außerdem hatte ich gerade eine Ausbildung begonnen. Da wurde mein Beruf zum Hobby. Ich habe Tag für Tag auf meine neue Rolle umgeschaltet und das bis heute nicht bereut.

Was war Ihre Motivation, Ihre Mission?

Hruby: Mit meiner Erfahrung war ich natürlich der Leitwolf in der Mannschaft. Und das hat mir gefallen, denn mir lag es, den jungen Spielern zu helfen und ihnen Tipps zu geben. Weiterhin wollte ich am Unterbau des Vereins mit arbeiten, um damit der MT etwas zurück zugegeben.

Wofür?

Hruby: Dafür, dass sie mich 2004 aus Tschechien geholt und mir eine Chance in der Bundesliga gegeben hat. Das werde ich dem Verein nie vergessen.

Jeder Abwehrspieler weiß: Wenn Sie am Kreis an den Ball kommen, ist das gleichbedeutend mit einem Gegentor. Entsprechend intensiv ist die Behandlung, die sie beim Gegner genießen. Wie lange wollen Sie sich das noch antun?

Hruby: Eine berechtigte Frage, denn ich werde immer immer älter und die Schmerzen nicht weniger, auch wenn mir meine Erfahrung hilft, so manchem Schlag auszuweichen. Ich weiß nicht, ob ich nach dieser Saison noch weiter spielen werde. Darüber müssen wir reden, doch wichtiger ist es erstmal, den Klassenerhalt perfekt zu machen.

Gensungens Erfolgsrezept im Hinspiel war sie u.a. durch einen stark aufspielenden Christoph Koch auszubremsen. Wie geht‘s diesmal aus?

Hruby: Auf jeden Fall anders, doch dazu müssen wir 120 Prozent Leistung bringen. Darüber hinaus werde ich mein Spiel nicht großartig ändern, auch wenn Christoph Koch ein ganz hervorragender Gegenspieler ist.

Von Ralf Ohm

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