Interview mit Gensungens Spielmacher Marvin Gabriel über eine schwere Entscheidung

„Wir waren noch nicht bereit“

Bricht nach einer Saison seine Zelt in Gensungen wieder ab: Spielmacher Marvin Gabriel. Foto: Hahn/nh

Gensungen/Felsberg. Am Samstag (19.30 Uhr, Kreissporthalle) geht für Handball-Oberligist ESG Gensungen/Felsberg eine ziemlich ernüchternde Saison zu Ende.

Vor dem Spiel gegen Schlusslicht MSG TuSpo Obernburg sprachen wir mit dem scheidenden Spielmacher Marvin Gabriel über enttäuschte Erwartungen, bessere Perspektiven und zwei Derbysiege.

Marvin Gabriel, mit wieviel Wehmut gehen Sie in das Spiel?

Marvin Gabriel: Wehmut kommt schon auf. Ich habe mich hier ja schon gut eingelebt. Die tägliche Arbeit mit der Mannschaft wird mir fehlen.

Sie kamen mit großen Erwartungen nach Gensungen, wollten aufsteigen. Was lief schief?

Gabriel: Tja, wenn das so einfach wäre zu erklären...

Versuchen Sie es.

Gabriel: Es gab nicht den entscheidenden Faktor, der gefehlt hat. Zuerst muss man sehen, dass die Liga extrem ausgeglichen ist. Wir haben uns vor allem gegen die kleineren Gegner schwer getan, da hat uns die Souveränität einer Spitzenmannschaft gefehlt. Wir waren noch nicht bereit dafür, um den Aufstieg mitzuspielen.

Wann haben Sie gemerkt, dass es für den großen Wurf nicht reicht?

Gabriel: Das war ja schon im Spätherbst absehbar. Vielleicht ist das Team für solche Ziele auch noch zu jung.

Hätten Sie es sich leichter vorgestellt, dem Spiel Ihren Stempel aufzudrücken?

Gabriel: Zufrieden kann ich mit der Saison nicht sein, dafür gab es am Ende zu wenig Erfolg mit der Mannschaft.

Jetzt geht es für Sie wieder zurück nach Baunatal. Warum?

Gabriel: Die Entscheidung fiel mir unglaublich schwer. Ich musste abwägen, ob das Projekt in Gensungen mittel- und langfristig Erfolg haben kann.

Und das kann es nicht?

Gabriel: Die sportlichen Perspektiven sind für mich in Baunatal einfach besser. Man darf auch nicht vergessen, dass Baunatal immer schon meine handballerische Heimat war.

Was können Sie aus Ihrer Zeit in Gensungen mitnehmen?

Gabriel: Eine ganze Menge Spaß. Zudem habe ich ein super geführtes Umfeld kennengelernt, die Leidenschaft der Fans erlebt. Und natürlich die beiden Derbysiege gegen Melsungen.

Wie sehen Sie die Mannschaft von Trainer Arnd Kauffeld für die nächste Serie aufgestellt?

Gabriel: Mit Tim Schneider und Franco Rossel stehen zwei große Talente im Kader, aber es ist eben die Frage, wie groß die Erwartunghaltung der Spieler und des Umfelds sind.

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