TSG Eintracht Böddiger: Juliane Kaspar beendet mit 34 Jahren ihre Karriere

Allrounderin verlässt das Handballparkett

Der erste Abschied aus Kirchhof: Juliane Kaspar wird hier von Nikolina Borovic getröstet. Archivfoto: Kasiewicz

Melsungen. Zumeist spielte sie auf der Mitte, war aber auch auf den Außenpositionen oder am Kreis gefragt, wenn einmal eine Mitspielerin ausfiel. Juliane Kaspar war eine echte Allrounderin.

Auf dem Handballparkett wird man sie in Zukunft jedoch nicht mehr bewundern können, denn die 34-Jährige hat ihre Laufbahn beendet.

Zuletzt war sie für den Oberligisten TSV Eintracht Böddiger am Ball, der als Tabellenzweiter diese Saison nur knapp den Aufstieg in die 3.Liga verpasst hat. „Das war ein richtig toller Abschluss meiner Karriere, denn Böddiger war ein super Team, das mich gut aufgenommen hat. Auch wenn ich beruflich nicht so oft trainieren konnte“, sagt Kaspar.

Ihre größten Erfolge feierte die Spielmacherin aber mit ihrem Heimatverein, der SG 09 Kirchhof. „Wenn man aus Kirchhof kommt, muss man einfach Handball spielen“, erklärt Kaspar, die bei den Minis mit dem Handballspielen begann. Mit 16 gehörte sie bereits zum Kader der ersten Mannschaft, die damals in der Regionalliga spielte. 1999 feierte sie ihren ersten großen Erfolg, als der SG unter Trainer Jürgen Steinbach der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang. Da aber war die damals 18-Jährige vor allem noch in der zweiten Mannschaft aktiv, ehe sie sich in den kommenden Jahren zur Leistungsträgerin entwickeln sollte.

Hört jetzt mit dem Handball auf: Juliane Kaspar spielte zuletzt für den TSV Eintracht Böddiger. Foto: Hahn

2003 verließ sie Kirchhof und wechselte zum damaligen Regionalligisten SV Germania Fritzlar, bevor sie nach dem Bundesligaabstieg der SG 2006 wieder zu ihrem Heimatverein zurückkehren sollte. Zwar wurde das Team sofort in die Regionalliga durchgereicht. Doch 2008 feierte die inzwischen zur Führungsspielerin gereifte Kaspar mit der SG ihren größten Erfolg: Die Rückkehr in die 2. Liga. Sabine Kirmse, Kerstin Preßler, Anna Reinke, Carina Heidenreich und Katja Frommann zählte die 34-Jährige dabei zu ihren liebsten Mitspielerinnen.

Für ihren Heimatverein ging die Allrounderin bis 2010 auf Torejagd. „Besonders toll war, dass ich mit meiner Schwester zusammenspielen konnte“, erzählt Kaspar, deren Schwester Simone 2009 nach Kirchhof gewechselt war. 2010 schlossen sich beide Schwestern der FSG Rotenburg/Baumbach/Bebra an.

„Total zufrieden“ ist Juliane Kaspar im Rückblick mit ihrer Laufbahn. „Dass ich in so einem kleinen Ort wie Kirchhof so stark gefördert wurde und die Möglichkeit bekam, 2. Liga zu spielen, ist etwas besonderes“, sagt Kaspar, die von schweren Verletzungen zum Glück immer verschont blieb.

Die neu gewonnene Freizeit will die 34-Jährige nutzen, um sich auf die Arbeit in ihrer Physiotherapiepraxis in Melsungen zu konzentrieren. Zudem absolviert sie ein Studium zum Osteopathen, im nächsten Jahr steht das Examen an. Ganz dem Sport abgeschworen hat Juliane Kaspar aber nicht. „Ich spiele jetzt Tennis“, sagt sie. Und auch bei den Spielen der heimischen Handball-Teams wird man sie in der kommenden Saison sicher das ein oder andere Mal antreffen.

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