Oberliga

Böddiger trotzt Verlust von drei Leistungsträgerinnen und schafft den Klassenerhalt

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Gut gebrüllt: Christin Schene ist wieder Torschützenkönigin der Oberliga geworden. Künftig will Böddigers prägende Spielerin der vergangenen Jahre aber kürzertreten. 

Böddiger. Für die Mutter des Erfolgs ist’s „eine krasse Überraschung, weil wir das Unmögliche möglich machen mussten“. Der Klassenerhalt des TSV Eintracht Böddiger in der Handball-Oberliga ist für Trainerin Lena Hildebrandt so wertvoll wie für andere eine Meisterschaft.

Klar, dass die „Bö-Babes“ die Nacht nach dem entscheidenden 30:28 gegen die HSG Zwehren/Kassel zum Tag gemacht haben. „Wenn es drauf ankam, waren wir da“, lobt Hildebrandt ihr Team. Etwa in den Derbys gegen die HSG und auch die starke SG 09 Kirchhof II, von denen Böddiger drei von vier gewann und somit als inoffizieller Nordhessenmeister die Runde beendete. Ein netter Nebenaspekt für die Eintracht, die mehr Hürden als jede andere Mannschaft überspringen musste.

Der Umbruch nach dem Verlust der Leistungsträgerinnen Vilte Duknauskaite (Germania Fritzlar), Lena und Anne Hildebrandt (beide Karriereende) war eine Hypothek. Erneut musste der Verlust von zwei Punkten wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls verkraftet werden. Und damit es nicht langweilig wird, trennte sich der Verein kurz vor Saisonstart von Coach Frank Hofmann, ohne das dieser auch nur ein Pflichtspiel bestreiten durfte.

Aus der Not geboren

Aus der Not wurde die Trainerin Hildebrandt geboren. Ohne Lizenz und (bis dahin) ohne das Ziel, eine Mannschaft zu führen. „Ich hab’s nur für die Mädels getan und bin Stück für Stück in die neue Rolle hineingewachsen“, sagt die 28-Jährige. Zwei Mentoren haben sie beeinflusst. Was die Abwehrarbeit betrifft, kam ihr die harte Schule bis zur 2. Liga unter Gernot Weiss zu Gute. Jederzeit hilfreich war ihr Vorgänger Mike Fuhrig.

Die Bilanz mit (ohne Abzug) 21:23-Punkten bei 635:618-Toren ist kaum schlechter als 26:18-Zähler bei 649:622-Treffern vor einem Jahr. Verlassen konnten sich die heimstarken Felsbergerinnen auf Christin Schene, die mit 236/96-Toren das Maß aller Dinge in der Bestenliste war. Doch Böddiger ist im Angriff nicht mehr „nur“ Schene. Anne Kühlborn hat sich im Rückraum gemausert und ist mit 124 Treffern sogar Sechste der Torjägerliste.

Dazu haben sich drei Wirbelwinde ans Oberliga-Niveau gewöhnt: Rechtsaußen Sophie Wagner, die zudem mit viel Beinarbeit Lücken in der Deckung schließt, Linksaußen Filiz Eren und Kreisläuferin Nora Minhöfer, die prädestiniert für Tempogegenstöße sind. Nicht von ungefähr haben mit diesem Trio und der neuen Leistungsträgerin Kühlborn vier der Jüngsten zwei Drittel der Treffer gegen Zwehren gelandet.

Alle bleiben der Eintracht erhalten. Auch Torfrau Katja Frommann hängt ein Jahr dran. Hinzu kommen Sabrina Weiß (Körle/Guxhagen), Emilie Giese und Fiona Eberhardt (beide wJSG Dittershausen). Dafür will Torjägerin Schene etwas kürzer treten. Böddigers Beste zu ersetzen scheint unmöglich – aber überraschen können die Bö-Babes ja jetzt.

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