Oberliga: Aufstiegszug nach Niederlage abgefahren – Fuhrig: Mädels waren platt

TSV Eintracht Böddiger von TSG Oberursel ausgekontert

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Traurig: Anne Kühlborn wird von Böddiger-Coach Mike Fuhrig getröstet.

Felsberg. Das war bitter. Der TSV Eintracht Böddiger hat das Topspiel in der Frauenhandball-Oberliga 25:33 (13:16) gegen Spitzenreiter TSG Oberursel verloren und muss damit jede Aufstiegshoffnung begraben.

„Oberursel war einfach heute besser und hat den breiteren Kader“, erkannte Böddiger-Coach Mike Fuhrig an. Gerade einmal drei Minuten waren gespielt als der Gastgeber vor 200 Zuschauern bereits 0:4 zurücklag. Wurfpech, technische Fehler und Nervosität wechselten sich da ab. So rief Fuhrig seine Mannschaft bereits nach 180 Sekunden zum ersten Mal zur Besprechung zusammen. Von da an lief es geordneter. Klasse, wie sich Julia Hasper einmal auf Rechtsaußen durchsetzte. Auch Vilte Duknauskaite zeigte eine ganz starke Leistung, erzielte den 6:6-Ausgleich.

Aber schon da war klar: Irgendwas läuft nicht wie gewohnt. Denn Topscorerin Christin Schene zeigte sich nicht auf der Höhe, warf die gegnerische Torhüterin warm und leistete sich ungewohnte Nachlässigkeiten. Oder, um es mit einem Zuschauer auszudrücken. „Zuletzt traf Christin 17 Mal, heute macht sie 17 Fehler.“

Trotzdem blieb der Gastgeber im Spiel. Erst Recht als Katrin Benda mit dem einzigen TSV-Gegenstoß die erste Führung gelang (11:10/21.). Aber dann kamen sie wieder, die technischen Fehler. Und Oberursel hat ein Team, das jeden davon mit einem Konter bestraft. Acht Tempogegenstöße kassierte Böddiger – viel zu viel für ein Spitzenspiel.

Aber auch in der zweiten Hälfte kämpfte das Rumpfteam aus Böddiger (Jenny Pioro war verletzt). Anne Kühlborn blühte plötzlich auf, traf dreimal in Folge. Aber es war nur ein kurzes Aufflackern, der konditionell unterlegenen Gastgeber. „Tempo schlägt Routine“, frohlockte TSG-Coach Dirk Lodders nach dem Schlager, womit auch die unglaubliche Auswärtsserie weiter Bestand hat (seit 2012 keine Partie verloren).

Fuhrig machte die Personalmisere für die Niederlage verantwortlich. „Ich habe ja weder im Spiel noch im Training genügend Rückraumspielerinnen. Irgendwann waren die Mädels einfach platt.“ • Böddiger: Frommann (14 Paraden/33 Gegentore) - Duknauskaite 7, Schene 5/4, Benda 1, L. Hildebrandt 2, A. Hildebrandt 1, Hasper 4, Kühlborn 4, Volk. Oberursel: Steitz - Giebe, Stahl, Kürten 4, Kahlstadt, Behrens 1, M. Okrusch 5, Buße 4, Hügl, Sellner 8, N. Okrusch 6, Heilmann 5/4, Heydeck. SR: Lebherz/Moster – Z: 200 Siebenmeter: 4/5 - 4/5 Zeitstrafen: 4:4 Minuten

Von Daniel Schneider

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