Isabelle, Franziska und Viktoria Goetjes wollen als Handball-Drillinge in der Oberliga durchstarten

Fast eine halbe Mannschaft

Sorgen auf dem Handballfeld für Furore: Die Goetjes-Drillinge Isabelle (von links), Torfrau Franziska und Viktoria. Derzeit befinden sich die 17-Jährigen in der Vorbereitung auf die Oberligasaison mit Eintracht Böddiger. Foto: Kasiewicz

Spangenberg. Zwillinge im Sport sind nicht so ungewöhnlich. Zwillinge im Handballsport gibt es auch noch vereinzelt. Aber Drillinge? Das dürfte deutschlandweit im Frauenhandball wohl einmalig sein. Antonia, Isabell und Viktoria Goetjes spielen seit den Minis zusammen Handball. Immer in einer Mannschaft. Immer mit viel Einsatz.

Die gerade 17 Jahre alt gewordenen Drillinge sind aber nicht nur auf dem Handballfeld ehrgeizig, sondern offensichtlich auch in der Schule. Das Abitur an der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen legten alle drei Goetjes mit einer Eins vor dem Komma ab – als drei der jüngsten Abiturientinnen in Hessen. Trotzdem blieb noch Zeit für Handball. Denn damit verbringen die Drillinge den größten Teil ihrer Freizeit, immerhin spielten sie in der abgelaufenen Saison für drei Teams. Für die A-Jugend vom TSV Eintracht Böddiger, zeitweise noch für die B-Jugend und auch in der zweiten Frauenmannschaft in der Bezirksoberliga waren sie gesetzt. Und nicht nur das. Auch beim Oberligakader trainieren sie mit.

Allerdings ist noch unklar, ob die Goetjes auch in der kommenden Serie noch in einer Mannschaft spielen. Denn Isabelle und Antonia haben sich in München für ein Studium Generale beworben, könnten so in verschiedene Fächer reinschnuppern. „Die Plätze werden verlost. Wir gehen allerdings in jedem Fall dorthin, wenn wir beide angenommen werden“, sagt Isabelle. Abseits der Schule gibt es für die Spangenberger keinen Konkurrenzgedanken, denn sie spielen auf ganz verschiedenen Positionen. Die älteste, Antonia, steht im Tor. Isabelle spielt am Kreis oder auf Linksaußen, während die jüngste, Viktoria, als Spielmacherin die Fäden zieht. Sie wird auf jeden Fall in Kassel bleiben, und ab dem Wintersemester Maschinenbau an der Uni studieren. Aber wer ist jetzt eigentlich der Boss von den Dreien? „Den gibt es nicht“, sagt Antonia und grinst.

Die drei haben übrigens auch noch eine ältere Schwester, Franziska Goetjes (18) – und mit ihr zusammen eine whatsapp-Gruppe, um sich auszutauschen. Kurios: Die Drillinge des bekannten Spangenberger Rechtsanwalts Ullrich Goetjes haben zusätzlich noch eine eigene Gruppe.

Die Ähnlichkeit der Drillinge zeigt sich zwar beim Hobby und den Vorlieben (siehe Steckbrief), nicht ganz so krass allerdings beim Aussehen. „Schon als Kinder sahen wir uns gar nicht mehr soooo ähnlich. Wir hatten auch nie dieselbe Kleidung an“, sagt Viktoria. Aber: Für den Abiball suchten sich alle drei unabhängig voneinander ein Kleid aus. Alle kamen mit einem blauen Kleid vom Einkaufen zurück. „Aber wenigstens mit einem unterschiedlichen Schnitt“, sagt Antonia und lacht.

Jetzt absolvieren die drei Talente erst einmal die Vorbereitung unter dem neuen Böddiger-Coach Mike Fuhrig, den die Goetjes aus ihrer Jugendzeit in Kirchhof kennen. Und vielleicht können die A-Jugendlichen, die noch zwei Jahre in ihrer Altersklasse spielen könnten, in der nächsten Serie die nächste Geschichte schreiben: Als die ersten Drillinge, die in der höchsten hessischen Amateurklasse zusammen auf dem Feld stehen.

Von Daniel Schneider

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