Ersatz ist nicht leicht zu finden

43 Jahre: HSG-Torhüterin Rodziewicz macht weiter 

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100 Prozent geben: Die 43-jährige Malgorzata Rodziewicz hütet auch in der Oberliga das Tor der HSG Hoof/Sand/Wolfhagen. 

Die älteste Spielerin der neuen Oberliga-Mannschaft will entgegen ursprünglicher Pläne ihre Mannschaft weiterhin unterstützen. 

Ihr macht im Handball so schnell niemand etwas vor. Weder aus dem Rückraum noch vom Sieben-Meter-Punkt. Blitzschnell, reaktionsstark und mit vollem Körpereinsatz agiert Malgorzata Rodziewicz zwischen den Pfosten der HSG Hoof/Sand/Wolfhagen. Mit ihren tollen Paraden und ihren punktgenau eingeleiteten Abwürfen zum Tempogegenstoß hat die 1,80 Meter große Torfrau in den vergangenen Landesligapartien wohl schon so manche Gegnerin zur Verzweiflung gebracht. 

Ihrem Team, dem sie seit sieben Jahren angehört, sicherte sie dank ihrer besonderen Beweglichkeit im Tor den einen oder anderen Sieg und trug im erheblichen Maß zum Aufstieg bei. Wie ihr das gelingt? „Ich denke, es ist ein Mix aus Erfahrung und Ehrgeiz“, sagt Rodziewicz. „Und vieles geschieht einfach intuitiv. Das Talent habe ich wohl ein bisschen im Blut.“ Der unbedingte Wille, jeden Ball zu halten, stehe bei ihr seit jeher im Vordergrund.

Dieser wird sie wohl auch in der Oberliga zu Höchstleistungen antreiben. Denn entgegen ihrer zuvor getroffenen Aussage, sie werde im Falle eines Aufstiegs nicht mehr als Torhüterin zur Verfügung stehen, hat sie nun ihre Meinung geändert. „Ich weiß, wie schwierig es für den Verein ist, eine neue Torhüterin zu finden. Bisher ist das nicht gelungen, daher mache ich jetzt doch weiter“, sagt sie und zeigt mütterliche Züge: „Ich kann doch meine Mädels in der Oberliga nicht alleine lassen“, sagt die 43-Jährige. „Alle haben so hart für den Aufstieg gekämpft und haben es verdient, sich in der Oberliga zu beweisen.“

Physiotherapeut gibt grünes Licht

Dass Goscha, wie sie von ihren Mitspielerinnen genannt wird, mit 43 Jahren die älteste Akteurin im jungen Kader von Chris Ludwig ist, macht der Erstligaerfahrenen Torfrau nichts aus. „Alter ist für mich überhaupt kein Problem. Ich fühle mich auch längst nicht so alt wie ich bin“, sagt sie. „Zudem sollte ein jeder stolz darauf sein, älter werden zu dürfen. So lange meine Gesundheit mitmacht, werde ich noch weiter spielen.“

Apropos Gesundheit. Für diese sorgt die Mutter einer Tochter mit regelmäßigen Besuchen bei einem Physiotherapeuten. Dieser sei nicht nur Therapeut, er sei auch ein Physio-Zauberer. „Er hält mich fit und steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Ich vertraue ihm voll und ganz.“

Vor der Zusage zur Oberliga habe sie auch ihn um Rat gefragt und grünes Licht erhalten. Ob sie auch in der höheren Klasse den Gegnerinnen das Fürchten lehren will? „Auf jeden Fall werde ich auch dort mein Bestes geben. Wenn ich etwas mache, dann ganz und gar und mit vollem Herzen.“

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