Oberliga-Bilanz

TSV Eintracht Böddiger und SG 09 Kirchhof verfehlen Ziel 

Machte in der Rückrunde auf sich aufmerksam: Böddigers Rechtsaußen Sophie Wagner. Fotos: nh

Schwalm-Eder. Unterschiedlich verlief die Serie für die beiden Handball-Oberligisten TSV Eintracht Böddiger und SG 09 Kirchhof. Was sie gemeinsam haben: Beide verfehlten ihr Saisonziel. Der Aufstiegszug für Böddiger war frühzeitig abgefahren, das Juniorteam stieg nach einer Saison wieder ab.

Knackpunkt

Böddiger: Schon früh zeichnete sich ab, dass Aufsteiger TSG Oberursel eine Sonderrolle spielen würde. Auch Böddiger verlor zweimal gegen die Südhessen. „Sie steigen verdient auf. Wir haben zu viele Punkte liegen lassen“, sagt TSV-Trainer Mike Fuhrig. Denn vor allem die unnötige Niederlage in Zwehren kurz vor der Winterpause war schwer aus den Köpfen rauszubekommen. „Uns haben Souveränität und Frische gefehlt“, analysiert Fuhrig.

Kirchhof: Die Niederlagen gegen die Kellerkinder Baunatal, Mühlheim und Bruchköbel waren entscheidend für den Abstieg. „Wenn uns die Unterstützung aus dem Zweitligateam fehlte, waren wir überfordert und haben so Punkte verloren“, erklärt SG-Trainer Christian Denk.

Überraschungen

Böddiger: Eine hervorragende Saison lieferte Vilte Duknauskaite auf der ungewohnten Mitte-Position ab. Nach Startschwierigkeiten kam die frühere ZweitligaAkteurin immer besser mit dem Abwehr-System von Fuhrig klar, führte ihre Mannschaft und räumte auch in der Abwehr auf. „Sie ist für mich die Spielerin der Saison“, so Fuhrig. Aber auch Anne Kühlborn sorgte als Joker regelmäßig für Entlastung – und das in ihrer ersten Serie bei den Damen. Die 16-Jährige Sophie Wagner heizte in der zweiten Saisonhälfte den Konkurrenzkampf auf Rechtsaußen an.

Kirchhof: Mit Linkshänderin Andra Lucas und Torhüterin Paula Küllmer spielten sich beim Juniorteam zwei Talente in den Vordergrund und schafften sogar den Sprung in die erste Mannschaft. „Andra ist fleißig und ehrgeizig“, lobt Denk die Rechtsaußen. Auch über Küllmer, deren starke Leistungen mit einer Einladung zum DHB-Sichtungslehrgang belohnt wurden, kann der 32-Jährige nur Gutes sagen: „Sie ist für ihr Alter schon sehr cool und schnell im Umschaltspiel, ist in ihrer Entwicklung aber noch lange nicht am Ende.“

Was fehlte

Böddiger: Für einen Aufstieg reichen vier Rückraumspielerinnen nicht aus. Erst recht nicht, wenn eine (Christin Schene) zwar oft richtig stark aufspielte, in einigen Partien dann aber wieder abtauchte. Zudem fielen zu viele Gegentore über die Außenpositionen. Das Tempospiel sollte für die nächste Saison ebenfalls verbessert werden.

Kirchhof: „In der Oberliga wird körperbetonter Handball gespielt. Uns haben ein bis zwei erfahrene Leute gefehlt“, sagt der SG-Coach. Dennoch war die Saison für die Entwicklung der SG-Talente sehr gut: „Spielerinnen wie Kirsten Bänfer, Laura Sauerwald oder Sandra Kühlborn mussten Verantwortung übernehmen und das Team führen.“

Perspektive

Böddiger: Ein kleinerer Umbruch steht beim Tabellendritten an. Auf der Torhüterposition wird es zwangsläufig einen Wechsel geben, denn Katja Frommann (hört auf) und Janina Köhler (Gießen) sind nicht mehr da. Louisa Franke kommt von der HSG Bad Wildungen. Zudem steht der Verein kurz vor der Verpflichtung von Julie Bärthel (früher in Kirchhof), die nach Nordhessen zurückkehren wird. Kreisläuferin Nora Minhöfer (Kirchhof, A-Jugend) soll Lena Hildebrandt entlasten. Mit Maren Pollmer (zweite Mannschaft) gibt es eine Ergänzung für den Rückraum.

Was auffällt: Diesmal wurde das Team in der Breite verstärkt. „Ich will viel mehr mit Tempo nach vorn spielen. Die Vorbereitung wird diesmal etwas länger“, kündigt Fuhrig an. Ein, zwei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft sollen nach und nach eingebaut werden. Klar ist: Auch in die nächste Serie geht Böddiger als Aufstiegsfavorit.

Kirchhof: „Unsere Perspektive ist optimal“, sagt SG-Trainer Christian Denk. Denn das Juniorteam bleibt zusammen und soll in der Landesliga durch Talente aus der eigenen A-Jugend, die um die Qualifikation zur Jugend-Bundesliga kämpft, verstärkt werden. Gesucht wird noch ein Trainer für das Team, denn Denk wird in Zukunft nur noch die erste Mannschaft betreuen.

Von Daniel Schneider und Marcel Glaser

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