Handball-Oberliga: Frauen der HSG Zwehren/Kassel und GSV Eintracht Baunatal trennen sich 25:25

Punkteteilung im brisanten Derby

Voller Einsatz: Die Baunatalerin Sina Dieling (im roten Trikot) wird von Alina Küster (5) und Sarah Panhans (18) gebremst. Fotos: Schachtschneider

Baunatal. Für eine faustdicke Überraschung sorgten die Handballerinnen des GSV Eintracht Baunatal in der Handball-Oberliga. Im Derby gegen die hoch favorisierten Gäste der HSG Zwehren/Kassel erkämpften sich die Gastgeberinnen in den Schlusssekunden ein verdientes 25:25 (13:15)-Unentschieden.

Besondere Brisanz erhielt die Partie auch dadurch, dass langjährige Leistungsträgerinnen der Eintracht, wie Carina Salzmann und Sarah Panhans vor der Saison zum Konkurrenten HSG Zwehren wechselten und nun erstmals als Gegner in ihrem alten Wohnzimmer aufliefen. Den Auftritt ihrer alten Lieblinge wollten sich nur wenige Fans der Eintracht entgehen lassen. Auch zahlreiche Anhänger der HSG fanden den Weg in die Baunataler Rundsporthalle, sodass die Ränge gut gefüllt waren. Aber wirkliche Derbystimmung kam vorerst nicht auf. In der Anfangsphase machten sich zumeist nur die Zwehrener Schlachtenbummler bemerkbar.

Kurz mal fassungslos: Carolin Löhrer von der HSG.

Das lag vielleicht auch daran, dass es in der ersten Hälfte zwischenzeitlich nach einer deutlichen Angelegenheit für die Gäste aussah. Die HSG zeigte die insgesamt reifere Spielanlage und konnte sich so bis wenige Minuten vor dem Pausenpfiff mit dem 14:7 (24.) eine scheinbar beruhigende Führung erspielen, die sich jedoch nicht halten ließ.

Auch in der zweiten Hälfte blieben die Gäste optisch das überlegene Team, konnten sich aber nie mehr so deutlich absetzen wie im ersten Durchgang. Angesichts der großartigen kämpferischen Leistung ihres Teams, tauten auch die Baunataler Fans immer mehr auf. In der packenden Schlussphase war neben dem Spiel auch die Stimmung endlich derbywürdig. Nach dem kaum erwarteten Ausgleich für die Hausherrinnen durch Melina Kelterborn in den Schlusssekunden hielt es schließlich niemand der gut 150 Zuschauer mehr auf seinem Sitz und die Baunatalerinnen wurden mit stehenden Ovationen gefeiert.

HSG-Übungsleiter Gunnar Kliesch sah sich nach dem Spiel nicht ganz unverantwortlich dafür, dass sein Team die souveräne Führung nicht über die Zeit bringen konnte. „Der Knackpunkt der Partie war der Einbruch nach unserer Sieben-Tore Führung. Nach einigen Spielerwechseln hatten wir einen starken Bruch im Spiel, das hätte ich vermeiden können.“ Aber auch in der zweiten Hälfte sah er genug Chancen, die Halle als Sieger zu verlassen, „Wir haben es einfach versäumt, den Sack zuzumachen.“

Für seinen Gegenüber Rolf Schröder waren die tolle Moral, Teamarbeit und starke Abwehrleistung seines Teams Garanten für den unerwarteten Punktgewinn. „Unser Ziel war es, Zwehren nicht ins schnelle Spiel kommen zu lassen, die erste und zweite Welle zu unterbinden und die HSG so in Standardangriffe zu zwingen. Das ist uns gut gelungen.“ Baunatal: Fischmann/Weinrich (Tor) – Dieling 3, Schneider 3/1, Israel 1, Ahrendt 7/3, Kelterborn 4, Gerbig 3, Hoscan 2, Gessner 2, Huf Zwehren/Kassel: Zeller/Gerne - Salzmann 3, Kuster 2, Schneider 7, Schwabach 2, Kiwa 3, Naumann 1/1, Hoppe 1, Panhans 6/4, Daniel, Löhrer, Tampe, Waschinger

Von Christian Triebner

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