Frauen-Handball: Trainer von Oberliga-Schlusslicht GSV Eintracht tritt zurück

Schröder resigniert in Baunatal

Erreichte die Mannschaft nicht mehr: Eintracht-Trainer Rolf Schröder stellte sein Amt zur Verfügung. Archivfoto: Fischer

Baunatal. Rolf Schröder ist nicht mehr Trainer bei Handball-Oberligist GSV Eintracht Baunatal. Der 55-Jährige trat zurück. Die Spielerinnen des Tabellenletzten unterrichtete er am Dienstag vor dem Training. Den Vereinsvorstand hatte Schröder kurz zuvor informiert. „Ich habe keinen Zugriff mehr auf die Mannschaft“, begründet der Trainer seine Entscheidung, die keinesfalls im Streit gefallen sei.

Schröder hatte im Sommer das Amt übernommen – zum dritten Mal. Der Viertligist rangiert in dieser Saison von Beginn an auf einem Abstiegsplatz. Die letzten drei Partien verlor der GSV im Schnitt mit knapp 22 Toren. „Es war irgendwie von Beginn an der Wurm drin“, sagt Schröder. „Und zuletzt griffen meine Maßnahmen nicht mehr.“

Es gab Auflösungserscheinungen.

Rolf Schröder

So lange die Mannschaft, die wegen fehlender Schiedsrichter fünf Punkte abgezogen bekommt, noch realistisch um den Ligaverbleib gekämpft habe, habe sie auch „oberliga-tauglichen Handball gespielt“. Aber zuletzt hätten sich „Auflösungserscheinungen“ gezeigt. Die Spannung sei weg. Die Körpersprache stimme nicht mehr.

Als ursächlich für die Talfahrt erachtet Schröder die schlechte Vorbereitung und daraus resultierende fehlende Substanz. „Das sind auch die Folgen des fehlenden Unterbaus. Zudem hat an den Nerven gezehrt, dass wir viele Spiele in der Schlussphase hergegeben haben“, erklärt der 55-Jährige, der vor Saisonbeginn der Wunschtrainer der Mannschaft war. „Wenn wir die knapp verloren gegangenen Spiele gegen Mühlheim und Mörfelden gewonnen hätten, wäre die Saison ein Selbstläufer geworden.“

Beim letzten Spiel vor der Winterpause, der Heimpartie am Samstag gegen Hüttenberg, wird interimsmäßig wohl Betreuerin Gabi Kelterborn coachen. Das deuteten sowohl GSV-Abteilungsleiter Claus Umbach als auch Katja Gerbig an, die mit Luisa Fischmann und Melina Kelterborn den Mannschaftsrat bildet. Gestern Abend trafen sich Umbach und Vertreterinnen des Teams zu einer Besprechung.

„Schlechter kann es nicht werden“, sagte Gerbig, die die Entscheidung Schröders nachvollziehen kann. „Egal, wer jetzt als Trainer kommt – frischer Wind tut gut.“

Laut Umbach soll bei der Trainersuche jetzt „kein Schnellschuss“ erfolgen. „Wir wollen eine perspektivische Entscheidung für die neue Saison in der Landesliga treffen.“ Bis zum ersten Spiel nach der Winterpause, dem Derby in Zwehren, solle feststehen, wer auf Schröder folgt.

Von Sebastian A. Reichert

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